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der Blutrache besteht, wiewohl Shakespeare diesen Punkt aller-dings deutlicher hervorheben durfte, und daß Andere, namentlichHoratio, mit Rath und That ihm die Last tragen helfen konnten.Die Zeichnung seines Charakters nähert sich nun immer mehrden Zügen der modernen Zeit; ist sein Zaudern in zwei Fällengerechtfertigt, so geht man weiter und findet ihn mit Köstlin^im Morgenblatt nicht thatlos, weil ja Horatio selbst amSchluß von Thaten, Todten und Plänen rede, sondern nur un-praktisch. Man findet mit Rümelin, Hamlet sei nicht feige, nichtunentschlossen, er tödte drei Personen, trete dem Geist entgegen,entere ein Schiff, fechte mit Laertes, er sei jgegen seine eigeneErklärung) kein Hans der Träumer; er wähle nur falsche Mittelfür seine Zwecke, seine Handlungen seien konfus und unzweck-mäßig. Die Auffassung seines Charakters hängt freilich mit derAuffassung anderer Charaktere zusammen, des Laertes, Polonius,der Ophelia, des Rosenkranz und Güldenstem. „Unschuldig,"sagt Bischer, „stirbt nur Ophelia. Alle Anderen büßen ihreSchuld mit dem Tode." Hamlet selbst ist nach Bischer „schuldig-unschuldig, unglücklich-glücklich; sein Rachestreich erhält, da einneues Verbrechen des Königs vor Zeugen konstatirt und daserste Verbrechen dadurch bestätigt wird, die Bedeutung einesöffentlichen Richterakts". Man sieht, wie der Ton hier von derSchuld hinweg auf die Unschuld sich neigt. Hamlet erscheintüberwiegend als ein Opfer des Schicksals, als ein Geschlagenerdes Herrn.
Besonders wichtig ist dann die Frage nach der ZukunftDänemarks, wovon schon oben die Rede war. Der Verlust derPolitischen Selbständigkeit an einen anderen, früher besiegten undum einen Theil seines Gebiets verringerten Staat ist ein sehrzweifelhafter Gewinn sogar in dem Fall, daß der neue Herrscherdem von Bischer gezeichneten Bilde entspräche. Von löblichenEigenschaften bei Fortinbras hebt Shakespeare nur Tapferkeit,
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