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nicht zu tadeln." Da kommt mir ein Einfall von ungefähr: fohä tte ich's gemacht, wenn ich Shakespeares Hamlet gewesen wäre!Daß doch die Erklärer ihr eigenes subjektives Urtheil, wie es in ihremTemperament, in ihrer Gemüths- und Geistesrichtung wurzelt, soschwer verleugnen können I Es handelt sich einzig und allein um dieFrage, wie Shakespeare die Sache beurtheilt, und da sind unsdie Monologe des Helden unseres Stücks von grundlegenderBedeutung. Wenn wir diese Monologe nicht mehr zu seinerCharakteristik gebrauchen dürfen, worauf wollen wir die Auf-fassung seines Charakters gründen? Von Anfang bis zumSchluß tadelt Hamlet sein Zaudern. Er hat ein prophetischesGemüth jl. 5): schon vor der Mittheilung des Geistes hatte er„etwas von argen Ränken" vermuthet; ja, schon nach der Audienzspricht er den tiefsten Seelenschmerz aus über die blutschände-rische Heirath seiner Mutter. Das Gespräch mit dem Geistekann ans alle diese Vorzeichen nur das Siegel drücken, undwenn nnn Hamlet zwei Monate nachher diesen Geist, in demer doch seinen Vater erkannt hat, diesen Geist, der ihm dochnicht im Traume erschienen, sondern leibhaftig ihm gegenübergestanden ist, für einen Teufel halten kann, so ist dies Miß-trauen im Sinne des Dichters und nach der ganzen Anlage desGedichts nur eine eitle, grundverkehrte Selbstbeschönigung Hamlets.Der Monolog jll. 2) geht von der Voraussetzung aus, daß seinVater ermordet worden sei. Wie kann Hamlet in einem Athemdiese Thatsache bejahen und bezweifeln, wenn es ihm nicht viel-mehr um einen Vorwand für die Befriedigung seiner ästhetischenLiebhaberei als um die Ermittelung des Thatbestandes zu thunist? Die Monologe zeigen uns, wie Hamlet sich zu seinem Ge-wissen stellt. Er will mehrmals sich selbst anlügen, sein Zau-dern schön anstreichen, allein die Sprache des anklagenden, zür-nenden, strafenden Gewissens bricht durch alle diese Scheingründesiegend durch. Das Richtige wäre, wenn Hamlet ein Schauspiel
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