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gewesen, wie in diesem versöhnend abschließenden Trauerspiel. AuchDuncans Söhne halten einen Vatermord zu rächen, und Malcolmund Macduff haben dies gethan, ohne zur Blutrache zu schreiten.Aus diesem Drama kann man ersehen, wie Recht (IV. 3) undRache (V. 2) einander nicht ausschließen und wie es auch eineedle Rache giebt, die das Licht der Öffentlichkeit aufsucht unddas Interesse des Privatmannes mit dem Pathos des für Rechtund Freiheit streitenden Vaterlandsfreundes verbindet. — Racheist oft bloß der pathetische oder pathologische Ausdruck fürStrafe, Vergeltung. Wie oft ertönt der Racheruf in den Kriegs-gesängen aus den Befreiungskriegen, namentlich bei Körner!
Eine Lücke in der Dichtung sehe ich darin, daß sich Shake-s peare nicht genauer über die Art der Rache ausspricht. Von Laertes(IV. 5) könnte man sagen, hätte Hamlet, wenn es nicht zu spätgewesen wäre, lernen können, wie er gegen den Vatermörderauftreten mußte. Ziehen wir nochmals den Macbeth zur Ver-gleichuug her. War es nicht ihres Vaters Geist, der DuncansSöhnen eingab, sich vor dem Mörder zu flüchten und ihn mitKrieg zu überziehen? Mit einiger Phantasie kann man sich dieErscheinung des gemordeten Königs vorstellen, der seinen Söhnenden Thatbestand enthüllt und sie zur Rache d. h. zum Auf-stand gegen den Thronräuber ermahnt. Macbeth, Macduff,Malcolm sind Söhne einer kriegerischen Heroenzeit, die nichtsvon Weltschmerz, Theater und Philosophie weiß. Die zeitgenös-sischen Beziehungen sind klar und brauchen keine Beschönigung.In Hamlet aber ist das Eigenthümliche, daß ein philosophirenderPrinz immer mit Racheplänen umgeht, ohne sich die Art undWeise des Vorgehens (mockn? proeociencii) klar zu machen. (Esfragt sich- was ist Shakespeares eigene Neberzeugung gewesen?Wenn doch in der langen Zeit zwischen der Erscheinung desGeistes und der Aufführung des Schauspiels (III. 2) Hamletden Horatio ins Vertrauen gezogen hat oder ihn eben jetzt
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