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Shakespeares Hamlet, Prinz von Dänemark
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gefangen gesetzt nnd zwar von einem fremden, dem dänischenVolke. Er stirbt wahnsinnig im Kerker. Bei der Beziehungauf Leicester und Essex läßt uns die Vergleichung ohnedies ganzim Stich.

Mit dieser Auffassung der dem Hamlet aufgetragenen Racheals einer Blutrache hängt ein anderes folgenschweres Mißver-ständniß zusammen, das sich hauptsächlich in theologischen oderbeschränkt religiösen Kreisen eingenistet und leider schon Herderin seinem Aufsatz:Wilhelm Shakespeare" zum Ahnherrn hat.Auch Herder, dessen Aufsatz mir rasch hingeworfen scheint und anmanchen Dunkelheiten leidet, meint, der gequälte Geist forderevom Sohne Ruhe und Rache, Blutrache, und sieht in demSchluß des Dramas das Werk des Schicksals oder Verhäng-nisses, das die Rache bewirkt habe mit unbefleckten Händendessen, dem sie aufgetragen war. Er findet in ihm den umge-kehrten Orestes und ruft bei dem Auftritt mit der Mutter aus:Wo steht ihr bei diesem Auftritt, Orestes, Elektra, Klytämnestra!Den guten Hamlet konnte trotz aller Vorschritte selbst seinesVaters Geist aus seinem Charakter nicht treiben." Dann waram Ende dieser Geist, wenn er dem Hamlet etwas Unsittlichesauftrug, eine höllische Erscheinung, wofür ihn Hamlet eine Zeit-lang hielt. Herder war der ebenso zartfühlende als nachden-kende, alles wie aus einer Geisterwelt betrachtende, von meta-physischen und Gewissensskrupeln erfüllte und aus diesem Grundedie Blutrache unterlassende Dänenprinz ganz sympathisch. Erfand in ihm Geist von Shakespeares und von seinem (Herders)eigenen Geist. Echt herderisch ist auch die Abhängigkeit vonaußerordentlichen, sonderbaren Zufällen, die Neigung, sich vomSchicksal bestimmen zu lassen. Dieses Schicksal tritt nach Herderbei Hamlet ein, sobald er von der verunglückten Sendung nachEngland zurückgekehrt ist. Aehnlich sagt Ulrici:Der natür-liche Mensch in Hamlet spornt ihn an zur That und be-

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