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speares Hamlet, wie der Amleth der Sage, Blutrache übt, sofassen die Erklärer den Auftrag des Geistes von der Pflicht derBlutrache. Der Text nöthigt nicht dazu; ja, wenn Hamlet demAustrag des Geistes gemäß seine Mutter schonen sollte, so konntedies am ehesten durch eine Rache unblutiger Art an ihrem Ge-mahl geschehen. Nach Grimms Wörterbuch unter „Rache" bleibtsogar bei der Verallgemeinerung des Begriffs von Rache immerdie Vorstellung des Vertreibens und Verfolgens im Hintergrund,die nach dem alten, gemein-germanischen Rechtsbegriff in der an-geführten milderen oder in der strengeren Form, wonach derSchuldige für vogelfrei erklärt wurde, stattfinden konnte. Auchdiese strengere Art von Rache ließ sich anwenden, falls derMörder sich von seiner Gemnthserschütterung erholt, die Missethatgeleugnet und mit seinen Anhängern den Spieß gegen Hamletund Hamlets Anhang gekehrt hätte. Freilich, „wer die Folgenängstlich zuvor erwägt, der beugt sich, wo die Gewalt sich regt".Die „kühne That" kennt er nicht. Hamlet erwägt zu genau denAusgang, wie er selbst sagt, und so zeigte sich denn, daß dernervös-gefühlsame Philosoph des Welt- und Zeitschmerzes, derSohn eines gebildeten Jahrhunderts eben dadurch, daß er nichtsich entschließen kann, eine mildere Art der Rache zu üben, zumfünffachen Mörder wird.
Eine weitere Art der Rache war das Gottesurtheil einesZweikampfes, das Hamlet oder einer von seiner Partei mit demKönige auf sich genommen hätte. Einen Holmgang von ent-scheidender Wirkung kennt ja schon die Sage von Amleths VaterHorvendill.
Die zeitgenössischen Beziehungen wollen hier nicht recht zu-treffen. Maria Stnart, Gertrudes Gegenbild, wird zuerst ge-fangen gesetzt, entflieht, wird lange Jahre nachher wegen einesanderen Verbrechens, dessen sie beschuldigt wird, hingerichtet.Bothwell, das Gegenbild des Claudius, wird wegen Seeränberei
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