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Shakespeares Hamlet, Prinz von Dänemark
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und bestimmt gezeichnet. Dies hängt freilich damit zusammen,daß die Orestie eine Trilogie bildet, Hamlet hingegen wie einBruchstück, das nur mit sich selber zu vergleichen ist, vor unsliegt, halb Märchen, halb Staatsaktion. In der Rede desKönigs I. 2, wo Gertrud die hohe Witwe und Erbin dieseskriegerischen Staats genannt wird, bezeichnetErbin" ssointress)nach Heussi das Anrecht der Königin auf den Thron, um dasan Hamlet begangene Unrecht, daß er von der Thronfolge aus-geschlossen worden, zu beschönigen. Andere Stellen scheinen fürein Wahlreich zu sprechen.Am meisten hat die Annahmefür sich, es habe überhaupt eine streng geordnete Erbfolge garnicht bestanden; Claudius habe faktisch die erledigte Königs-gewalt ergriffen und sei durch nachträgliche Zustimmung oderWahl des Volks oder des Adels darin bestätigt worden. Estritt aber im ganzen Stück keine dieser verschiedenen Auffassungenklar und entschieden hervor, obgleich jede derselben derganzen Handlung ein anderes Fundament leiht."jRümelin). Nichts kann treffender sein als diese Bemerkung.

Eine weitere Frage ist- Welche Art von Rache wird demHamlet auferlegt? Allgemein wird geantwortet: die Blutrache.Aber der Geist läßt dem Sohne die Art der Rache oder Strafeganz frei swie du immer die That betreibst"), und da sind nunverschiedene Fälle möglich. Als der König bei der Aufführungdes Schauspiels zitterte und erblaßte, konnte Hamlet, wenn erdie Rache nicht früher vollziehen wollte, vor versammeltemVolke auf ihn losgehen, ihn öffentlich ausfordern, seine Schuldzu bekennen, ihn nach erfolgten: Geständniß öffentlich absetzen,zeitlebens einsperren oder auf eine öde Insel verbannen lassen.Begnügt sich doch auch die Brutussage mit der Vertreibung derTarquinier und wurde doch in der neueren Zeit Christian II-für seine Tyrannei mit lebenslänglichem Gefängniß bestraft. Wirdenken bei Rache gar zu gern an Blutrache, und weil Shake-

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