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Shakespeares Hamlet, Prinz von Dänemark
Entstehung
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muß, wie dies ja im Geisterglauben überall und von jeher diestehende Annahme gewesen ist, Shakespeare hat über Erfor-derniß von dem Seinigen, von seinem Aberglauben hinzugethan.Bischer führt noch eine Stelle aus Maß für Maß an: III, 1,Wenn sich aber der Dichter selbst mit solchen Phantasien trug,wie reimt sich damit Wischers in demselben Heft der kritischenGange enthaltene Behauptung, Shakespeare wisse so gar nichtsvon einer Transcendenz, daß er sich an die Spitze der wahrenmodernen Weltansicht stelle; er sei niemals und immer religiös,durch und durch Pantheist? Diese Aeußerung findet sich zwar indem 1844 geschriebenen Aufsatz: Shakespeare in seinem Ver-hältniß zur deutschen Poesie, insbesondere zur politischen, undder Aufsatz über Hamlet mag fünfzehn Jahre später entstandensein; immerhin aber hätte Bischer sich in der Vorrede, wie überandere, so auch über diesen Punkt berichtigend äußern sollen.

Was den zweiten Punkt betrifft, so müssen wir sagen: Wiees sich mit der Thronfolge in Dänemark verhält, erfahren wirnirgends im Stück. Ist Hamlets Vater gestorben, so ist der30jährige Hamlet reif genug, sein Nachfolger zu werden; hatteder Sohn ein Recht auf den Thron, so brauchte des VatersGeist ihm dies nicht lange zu sagen. Der Mörder wird ohneweiteres König; das ist eine vollendete Thatsache, Daß Hamlet,der nur ein paarmal von der Möglichkeit, Dänenkönig zuwerden, redet, sich so gleichgültig zu dieser Frage stellt, magmau in seinem unpolitischen und thatscheuen Wesen begründetfinden und diesen Zug zu seiner Charakteristik benutzen. Warumunterrichtet uns aber Shakespeare nicht genau über die Verhältnisseder Zeit und des Orts, über die Verfassung des dänischen Staats,über Polonius' und seiner Familie früheres Verhältniß zumKönige? Die Exposition ist mit einem Wort mangelhaft.Ziehen wir wieder die Orestie des Aeschylus zur Vergleichungheran. Hier ist alles, die Vorgeschichte, der Ort, die Zeit klar

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