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und blutige Rächer einer blutigen That, eignete sich nicht zumTräger solcher Ideen und Stimmungen; die Melancholie, dervibrirende Geist und Witz von Shakespeares eigener Dichterseelesind dem mythischen Amleth fern und fremd. So findet dennRümelin keine Einheit in diesem Stück; er betrachtet es als eineReihe von Gemälden, von denen jedes für sich sehr ansprechendist, die aber keinen zusammenstimmenden Inhalt haben und daherkeinen bestimmten Gesamteindruck machen können. Bezeichnendist besonders, wie sich Rümelin über die beiden Scenen äußert,in denen der junge Fortinbras auftritt. „Kein Mensch würdeetwas vermissen, wenn die beiden Scenen weggeblieben wären.Man könnte höchstens sagen, daß in der letzten Scene Jemandda sein mußte, der ein versöhnendes und erläuterndes Schluß-wort spricht und den Fortbestand der staatlichen Ordnung ver-bürgt. Diese Rolle hätte anch dem Horatio zugetheilt werdenkönnen." Im entschiedensten Gegensatz gegen diese Auffassung be-haupte ich, daß gerade die beiden Fortinbras, die der Dichtermit weiser Berechnung jedesmal zur rechten Zeit in das Dramaverflicht, das ganze Stück vom Anfang bis zum Ende zu-sammenhalten, binden und bünden. Rümelins Auffassung, dieR. Benedix zum Zerrbild weiter entwickelt, ist in die weilver-breitete, das allgemeine gebildete Zeilbewnßtsein ausdrückende„Allgemeine Weltgeschichte von v. Georg Weber" übergegangen.
In der genaueren, klein gedruckten Ausführung (Shakespeareals Mensch und Dichter) liest man dann wieder, der nach vor-herrschender Auffassung blasirte, grübelnde, unentschlossene Cha-rakter des Prinzen von Dänemark, welcher den Tod seines Vatersan dem Könige, seinem Mörder, zu rächen habe, aber selbst dar-über zu Grunde gehe, sei Gegenstand unablässiger Sondirnngund Beobachtung der Kunstkritiker geworden und das seltsame,hinter Humor, Ironie und Tollheit verschleierte Räthsel dieserDichtung habe die mannigfaltigste, ja entgegengesetzteste Lösung
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