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stand es nicht in dem Dänemark der Sage und nicht einmalin dem unseres Trauerspiels.
Der Amleth der Sage versetzt uns nämlich in die vor-christliche, altskandinavische Heroenzeit, und Shakespeares Hamlet?Eine bestimmte Zeit ist nicht angegeben. England ist im Stückdem Königreich Dänemark zinspflichtig; das wiese also auf das9. Jahrhundert hin; an jene Heroenzeit erinnert ferner derHolmgang zwischen Hamlets Vater und dem Könige von Nor-wegen. Dann ist wieder vom Fegefeuer, von der Beichte undder letzten Oelnng die Rede. In die protestantische Zeit versetztuns die Reflexion des Helden, der mit Horatio in Wittenbergstudirt hat, seine philosophische, ästhetische und dramaturgischeBildung, sein Zweifeln an den letzten und höchsten Fragen desDaseins. Hier sind nur zwei Annahmen möglich: Entwederhat sich Shakespeare ganz und gar verzeichnet; er konnte nicht,wie Gewinns meint, einen socialen Charakter der neueren Zeitmalen, der aus der Heroensitte des Naturzeitalters herausstrebt;ein shakespearischer Hamlet in der skandinavischen Heroenzeit istein Selbstwiderspruch. So betrachtet hätte Shakespeare einengroßen Fehler begangen. Es ist aber noch eine andere Antwortmöglich, nämlich: Shakespeare hat die geschichtliche Grundlagedes Sagenstoffes gelassen, ist aber dann unvermerkt von derheidnischen Zeit in die christliche, philosophische, protestantischeZeit, in der er selbst lebte, hinübergegangen und hat überwiegenddiese dargestellt. Man sieht die ursprünglichen Farben beigenauerer Besichtigung noch durchschimmern, während sie dochim wesentlichen übermalt sind. Man kann daher nur rathen:Besieh' das dramatische Gemälde nicht zu sehr in der Nähe;dann wirst du den altheidnischen Untergrund weniger gewahren.Der kritisch gerichtete Leser und Zuschauer wird freilich finden,daß die streng geschlossene Einheit unter diesem Doppelcharakterdes Stückes einigermaßen gelitten hat. Das Stück soll im alten
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