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dem Regierungswechsel alles mit rechten Dingen zugegangensei; er mißtraut leider auch dem Horatio lauge Zeit, bis zurAufführung des Schauspiels; gleichwie andererseits Horatio demGeist nicht traut und meint, er könnte den Hamlet in Lebens-gefahr stürzen. Noch weit mehr als Horatio ist Hamlet imVerlauf der Zeit gegen den wahren Charakter des ihm er-schienenen Geistes mißtrauisch; er meint, möglicherweise sei erein böser Geist, ein verkappter Teufel, Die Erfahrung, die eran seiner Mutter macht, verleitet ihn zum Mißtrauen gegen dasganze weibliche Geschlecht, auch gegen Ophelia, Mißtrauisch ister gegen die Zeitumstände, wenn diese auch der Vollführnngdes Rachewerkes noch so günstig sind; mißtrauisch und zweiflerischist er auch in der Religion — denn Sein oder Nichtsein nachdem Tode^ ist ihm eine Frage; mißtrauisch ist er natürlich nochvielmehr als gegen seine Freunde in seinem Verhältniß zuClaudius, dem er von Anfang an nicht getraut hatte, danngegen Polonius, Laertes, Rosenkranz und Güldenstern, unddieses Mißtrauen erzeugt wieder Mißtrauen; am wenigsten trauter sich selbst, und gerade, weil er sich selbst nicht zutraut, derThat gewachsen zu sein, gerade deswegen ist er ihr nicht ge-wachsen, Er, der geistreiche Theoretiker, dessen Thatkraft durchZweifeln und Mißtrauen gelähmt ist, kann freilich die aus denFugen gegangene dänische Welt nicht einrenken. Hätte er mehrMuth, Zuversicht, Glauben, Zutrauen zu sich selbst und zuAnderen, so wäre die ihm gestellte Aufgabe nicht zu schwer,Hamlet aber denkt mit dem Propheten: „Ein Jeglicher hütesich vor seinem Freunde und traue auch seinem Bruder nicht;denn ein Bruder unterdrückt den Anderen und ein Freund verräthden Anderen." Jerem. 9, 4, und wiederum Micha 7, 6:„Niemand glaube seinem Nächsten und verlasse sich auf Fürsten;bewahre die Thür deines Mundes vor der, die in deinen Arme»schläft," Aber so verzweifelt schlecht wie im jüdischen Volke
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