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Shakespeares Hamlet, Prinz von Dänemark
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war ja nicht Anstifterin, sondern nur Mitwisserin um denMord gewesein Außerdem hatte ihm der Geist nicht verboten,das Geheimniß Anderen mitzutheilen und mit ihrer Hülfe denRacheauftrag zu vollziehen. DasSchwört!" des Geistes kannnur darauf gehen, sie d. h. Horatio und Marcellus sollen das Ge-heimniß der nächtlichen Erscheinung für sich behalten, hingegenwar es dem Hamlet von dem Geist ausdrücklich freigestellt, wieer die Unthat rächen wolle offenbar auch in dem Sinn,ob er sie allein oder in Gesellschaft von einigen Mitwissern zustrafen gedenke. Nun aber schweigt er vom Inhalt und demAuftrag der Erscheinung gegen Jedermann, auch gegen seinenbesten Freund Horatio und stößt diesen dadurch so sehr vonsich zurück, daß es uns begreiflich wird, warum Horatio erstso spät wieder auftritt und nie selbstthätig in die Handlungeingreift.

Ueberhaupt ist über dem ganzen Stück die dunstige Schwüleeines allgemeinen Mißtrauens ausgebreitet. Die Sage athmetneben allem furchtbaren Ernst doch zugleich eine gewisse komischeHeiterkeit, die uns hie und da ein Lächeln abnöthigt. BeiShakespeare weht uns überall ein Grabgeruch und Leicheuduftentgegen; kaum am Schluß können wir leichter aufathmen,wiewohl, wie schon bemerkt, die Aussicht in die Zukunft verdecktbleibt. Amleth traut, wie man aus seiner Rede an die ver-sammelte Menge ersieht, auch nicht recht seinen Landsleuten;aber er ist seiner Aufgabe gewachsen, weiß sie mit Witz undHnmor zu lösen und ist überall der Mann auf dem Platz.Allein bei Shakespeare ist das Mißtrauen die Seele des Stücks.Polonius mißtraut dem Laertes und sendet ihm einen Aufpasser"ach. Laertes mißtraut seiner Schwester und giebt ihr daherLehren der Tugend und Klugheit, die sie ihm in ihren Er-mahnungen zurückgiebt; denn sie traut ihm so wenig, als erihr. Hamlet ist von vornherein mit Mißtrauen erfüllt, ob bei

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