von dem mißtrauischen Prinzen ausgespäht und ermordet wird,Die Sage giebt diesem Lauscher keinen Namen; er ist dasUrbild von Shakespeares Polonius.
Amleth hält nun seiner Mutter eine ergreifende Rede,en tdeckt ihr seine Verstellung, rührt ihr Gewissen und versichertsich ihres Stillschweigens in Betreff seines Racheplans. AlsFengo vergebens nach dem Ermordeten forscht, zeigt ihm Amlethim angenommenen Wahnsinn den Ort, wo die Leiche liegt.Fengo beschließt nun den Prinzen mit zwei Begleitern nachEngland zu schicken, um ihn dort kraft einer Weisung in Runen-schrift durch den König enthaupten zu lassen. Unterwegs aberbemächtigt sich Amleth heimlich der Holztafel mit der Runen-schrift, verwischt das Original und ersetzt es durch eine Auf-forderung an den König von England, seine Begleiter hinrichtenzu lassen, ihm selbst aber die Königstochter zur Gemahlin zugeben. Beides geschieht. Amleth gewinnt durch seine instinktiveSchlauheit und Sehergabe, womit er verborgene Dinge erspäht,die Gunst des Königs und kehrt nach einem Jahre nach Jütlandzurück, wo man, ihn todt wähnend, eben seine Leichenfeier hält,Er spielt wieder den Wahnsinnigen, betäubt die Gäste alsMundschenk durch Wein, zündet den Palast an und ermordetden König Fengo. Nach dieser Rachethat hält sich Amlethzuerst verborgen, tritt aber, als er sich überzeugt, daß dieStimmung des Volkes ihm günstig sei, aus seinem Versteckhervor, erzählt den Hergang der Sache und weiß durch seineRede die Gemüther dergestalt für sich einzunehmen, daß er ein-stimmig zum Könige gewählt wird. Er regiert lange undglücklich, zieht später noch einmal nach England, besteht dortmerkwürdige Abenteuer und fällt zuletzt in einem Zweikampf.
Bei aller Aehnlichkeit tritt aber die Verschiedenheil ungleichstärker hervor. Saxos Amleth ist geistig gesund und über Zweckund Mittel sich ganz klar; Shakespeares Hamlet krank, innerlich