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Shakespeares Hamlet, Prinz von Dänemark
Entstehung
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seine kühnen Raubzüge zur See so gefürchtet, daß der aufseinen Ruhm eifersüchtige König Koller von Norwegen auszieht,ihn zu bekämpfen. Die beiden Helden treffen sich bei einerlieblichen Insel, steigen ans Land und verabreden einen Zwei-kampf (Holmgang) unter der Bedingung, daß der Sieger allesLand des Besiegten gewinnen und diesen ehrenvoll bestattensolle, Horvendill bleibt Sieger, und der König von Dänemark,Rorik, giebt ihm seine Tochter Gerutha zur Gemahlin, weil erihm durch Abtretung eines ansehnlichen Theiles der Beute seineschuldige Ehrerbietung erwiesen hatte. Aus dieser Ehe gingHamlet hervor, Shakespeare verlegt den Schauplatz nachSeeland und macht Hamlet zum Sohne des gleichnamigen Königsvon Dänemark,

Nach der Sage wird Horvendill von seinem Bruder Fengoumgebracht, der dadurch Alleinherrscher Jütlands wird. Erbeschönigt sein Verbrechen durch den Vorwand, daß er Horvendillnur getödtet habe, um dessen schöne Gemahlin Gertrud vorseinen gransamen Mißhandlungen zu retten, und vermählt sichmit dieser, welche um den Königsmord gewußt hatte. Hier istnun der große Unterschied zwischen der Sage bei Saxo undnoch mehr bei Belleforest einerseits und Shakespeare andererseits,daß nach Diesem das Verbrechen dem Volke ganz unbekannt,nach Jenem allgemein bekannt ist; hat doch nach dem NovellistenFengo seinen Bruder mit einem Anhang, den er sich zu ver-schaffen gewußt, bei einem Festgelage überrascht und gemordetund diese That nachher auf die oben angegebene Weise be-schönigt. Bei Shakespeare träufelt Claudius, wie er den Fengoumgetauft hat, seinem schlafenden Bruder Gift ins Ohr, undnur Gertrud weiß um den Mord, Deswegen braucht Shakespeareeinen Geist, um den Hamlet in das Geheimniß einzuweihen undihn zur Rache zu stackeln. Eben damit ist aber dem Sohndieser Auftrag wesentlich erschwert. Der Hamlet der Sage hätte

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