Vaginatenkalk von Reval kenne, nach C. Lossen muthmaasslich gleich mit Lituiteslamellosus Hisinger '), unterscheidet sich unsere Art zunächst durch ganz abweichendeGrössenverliältnisse. Die Scheibe ist bei dem erstgenannten Lituiten viel grösser undder gestreckte Tlieil bedeutend kürzer (erstere hat nach Lossen 3 Zoll 2 Linien oderreichlich 8 cm Drchm., letzterer 1 Zoll oder 2,6 cm Länge); dabei beginnt die Wohn-kammer (2,5 Zoll = 6,5 cm lang nach Dems.) schon innerhalb der Spirale. Fernerist bei Lit. imperfectus der Sipho dicker und weiter vom Centrum entfernt, da er genauin der Mitte zwischen letzterem und dem Rücken durchbricht. Ein wesentlicher Unter-schied liegt sodann noch darin, dass hier die Nähte der Kammerwände mit den An-wachsstreifen, welche zudem einen flacheren Sinus auf der Rückenfläche bilden, parallellaufen. Mindestens ebenso sehr weicht die neue Art von IJtuites convolvens His. 2 ) ab,der seinem Lit. lamellosus nahesteht und von Hisinger selbst mit dem eigentlichenLit. imperfectus Wahlenb . identificirt wird. Die Dimensionen desselben sind nochgrösser (Dehrn, der ganzen Scheibe 90 mm, Dicke oberhalb der Spirale 32 mm); derSipho liegt wieder ungefähr mitten zwischen der Schalenaxe und dem Rücken, gehtallerdings hier auch in den freien Arm über, den aber die Abbildung in der LethaeaSuecica in einer Länge von nur 30 mm wiedergiebt. Ueberdies hat dieser Lituitesconvolvens eine stärker gerundete Rückenseite und ziemlich senkrecht zur Axe gerichtete,äusserst schwache Querstreifen auf der Oberfläche.
Vorkommen, — Das einzige mir zu Gesicht gekommene Exemplar wurde vonHerr n Gartenmeister Raatz zu Kloster Chorin in einem nahebei am dortigen Galgenbergausgegrabenen Geschiebe gefunden; dieses ist ein rother, von graugrünen Partien durch-
') Leth. Suec. p. 28, T. VIII. Fig. 7; Hisinger giebt liier allerdings zahlreichere und niedrigereKammern an.
Die Ehstländischen Geologen bezeichnen auch heute noch den dortigen Lituites imperfectus mit demNamen convolvens Schloth . Dieser Irrthum scheint darin seinen ersten Ursprung zu haben, dassEiciiwald schon in seinem Silur. Schichtensystem in Ehstland, St. Petersb. 1840, p. 103, den bekanntenimperfecten Lituiten des Revaler Vaginatenkalks mit diesem Namen belegte, der sodann in gleichemSinne bei Murch. Vern. Keys . (Russie, II. p. 393), in Fr. Schmidt's Sil. Form. v. Ehstland etc.,p. 198, wo jedoch als synonym Lit. lamellosus His. hinzugesetzt ist, und in Eiciiwald's Leth. Rossica,I. p. 1297, wiederkehrt. Die Confusion war besonders dadurch zu einer gewissen Stabilität gelangt,dass in der 3. Aufl. von Bronn's und Römer's Leth. geognostica (Bd. I, 1851, p. 493, T. I. Fig. 3b—c)für die in Q uenstedt's Ceplialopoden, T. II. Fig. 17, unter der speeif. Bezeichnung' ,, imperfectus"nach Wahlenberg mitgetheilte Form der Name Lit. convolvens Schloth . und als synonym damitLit. lamellosus Iiis, aufgeführt ist, obschon Sciilotheim unter convolvens bestimmt den obigen Lit. perfectus(vgl. S. 222) verstanden hat.
Aus norddeutschen Geschieben ist Lituites imperfectus Wahlenb ., der von Fr. Schmidt ausserbei Reval noch an verschiedenen andern Punkten des Ehstländischen Vaginatenkalks beobachtetwurde, merkwürdigerweise noch nicht bekannt geworden.
2 ) Loc. cit. p. 27, T. VIII. Fig. 6.
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