Druckschrift 
Festschrift für die fünfzigjährigen Jubelfeier der Forstakademie Eberswalde
Entstehung
Seite
218
Einzelbild herunterladen
 

218

nam p.n unter Hortolus Montfort (cf. S. 222) als gleichbedeutend auf; ebenso ist in der3. Aufl. der Lethaea geognostica von H. G. Bronn und Ferd. Böhmer (1850—1856),Bd. I, p. 494, Hisinger's lituus mit dem ib. T. I. Fig. 3. a dargestellten perfectus ver-einigt, und meint auch Lossen (a. a. 0., p. 20), dass Hisinger den wahlenberg 'schenNamen lediglich in lituus umgeändert habe. Betrachtet man jedoch genauer die vondem schwedischen Forscher gegebene Abbildung, so erscheint diese Auffassung un-statthaft. Seine Fig. 5. a (von welcher der Atlas des pictet 'schen Werkes eine Copiegiebt) ist zwar nicht sonderlich gelungen und stellt ein Exemplar dar, bei dem dereingerollte Theil nur durch reichlich 3 / 4 des letzten Umganges vertreten ist; allein soviellässt sich wenigstens behaupten, dass der geringe Durchmesser der Spirale (= 25 mm)und das starke Wachsthumsverhältniss des geraden Arms nicht zu Lit. perfectusWaiilenb ., wohl aber zu der Montfort 'sehen Art passen, bei der folglich Hisinger'sgleichnamiger Lit. lituus zu belassen ist und damit auch der sogen. Hortolus perfectusbei d'Orbigny und Pictet . Wenn in der nämlichen Abbildung die Anwachsstreifendes gestreckten Arms von der Bauchseite nach dem Kücken eingesenkt erscheinen, somöchte ich dies fast für ein Versehen des Zeichners halten, indem umgekehrt bei allenmir zu Gesicht gekommenen und entsprechend erhaltenen Stücken beider vorgenanntenArten die Ringwellen dort, gleichwie die damit parallelen Streifen, auf den Seitenflächenein schwaches Einfallen vom Rücken zur Bauchseite hin zeigen und erst weiter obensich senkrecht zur Schalenaxe stellen.

Vorkommen. — Die besten Stücke dieses schönen Fossils, welches schon frühdie Aufmerksamkeit der Naturbeobachter erregt hat, lieferte in hiesiger Gegend derrothe Orthocerenkalk; es liegen 3 Exemplare vor mit ganz oder theilweise erhaltenerSpirale und ein starkes Fragment des gestreckten Theiles ( Schlotheim' s Orthocerasundulatum, wie zuerst v. d. Borne bewiesen hat), die bei Heegermühle in roth undgraugrün gefärbten Kalk gefunden wurden. Das Gestein dieser Geschiebe stimmt miteinem Stück von rothbuntem Oeländischen Orthocerenkalk, in welchem ich die-selbe Art im Berliner paläontol. Museum gesehen habe, absolut überein, und ebensosind die betreffenden Lituiten selbst bis auf die kleinsten Einzelnheiten einander gleich.Auch das Original der Abbildung bei Knorr und Walch stammt anscheinend ausrothem Kalk. Die angeführte Figur stellt, allerdings sehr schlecht wiedergegeben, sichereinen zu lituus gehörigen Lituiten aus der ehemaligen genzmer 'schen Sammlung dar,der bei Stargard in Mecklenburg gefunden wurde 1 ). Die ursprüngliche Bezeichnung

') Schlotheim hat in Leonhard's mineralog. Taschenbuch und ebenso in seiner Petrefacten-kunde (p. 59) für Lituites lituus Montfort auf Knorr , Suppl.-Taf. IX. c. Fig. 7, verwiesen. Wenn nunauch, wie später gezeigt wird, hier nicht diese Art dargestellt ist, so geht doch aus dem Citat sovielhervor, dass Schlotheim unter lituus eine Form mit kleiner geschlossener Spirale und langem freienSchalentheil verstanden hat.