Ceplialopoda.
Genus Lituites Breyn.
Die in mancherlei Hinsicht merkwürdige Gattung Lituites wurde schon vonJon. Ph. Breyn in seiner Dissertatio physica de Polythalamiis 1732 aufgestellt. UnterPolythalamien, welche Derselbe als dritte Classe der Testacea oder Schalthiere hinstelltund weiterhin als marine Organismen bezeichnet (ef. p. 12), versteht er zunächst dieröhrenförmigen, vielkammerigen und conischen Schalthier-Gehäuse (testa tubulosa, poly-tlialamia, conica), welche gerade oder zu einer regelmässigen Spirale zusammengerollt undmit einem durch die Kammern hindurchgehenden Röhrchen (Siphunculus) versehen seien(loc. cit., p. 7 u. 9). Er rechnet dahin die Nautilen, Ammoniten, Lituiten und Orthoce-ratiten, so dass seine Polythalamien bereits die Hauptgruppen der gegenwärtig bekanntengekümmerten Cephalopoden umfassen. Es wird auch schon (p. 10) richtig bemerkt, dassdie äusserste oder letzte Kammer als Behälter für das Thier diente, während die übrigenleer waren und nur der Sipho unter allmählichem Dünnerwerden die Scheidewände der-selben bis zur Spitze durchbohrt.
Für das Gehäuse der neuen Gattung Lituites wird sodann p. 12 und 25 folgendeDefinition gegeben:
„Lituus est Polythalamium a basi primum in lineam fere rectam extensum, deinvero in spiram externe apparentem in piano horizontali convolutum."
Das Gehäuse erscheine hiernach gleichsam aus dem eines Orthoceratiten unddem eines Ammoniten zusammengesetzt.
Den Gattungsnamen Lituites selbst giebt Breyn dem durch Ausfüllung des Innerneines solchen Gehäuses mit Gesteinsmasse entstandenen Petrefact, und bemerkt dannnoch, dass er den Namen wegen der Aehnlichkeit in der äusseren Gestalt mit demAugurstab der alten Römer (lituus augurum), von dem auch das hierachische Abzeichender Bischöfe in der römischen Kirche entlehnt zu sein scheine, gewählt habe. DieserVergleich ist in der That sehr passend und von den früheren Autoren wiederholentlichgebraucht worden, wie denn z. B. Jon. Sam. Schröter in seiner „Einleitung in dieKenntniss und Geschichte der Steine und Versteinerungen", Bd. IV (Altenburg 1784),