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davon, dass sie dem Beobachter nicht die geringste Schwierigkeit darbieten, also aucham wenigsten durch Ablesungs- oder sonstige Beobachtungsfehler entstellt sein dürften,einen im Ganzen regelmässigen Verlauf zeigen und ihre Werthe sowohl für die auf denverschiedenen Stationen, als auch auf ein und derselben Station im Walde und auffreiem Felde angestellten Beobachtungen sehr wesentlich von einander abweichen. Dess-halb stand wohl zu erwarten, dass die bisher angestellten Beobachtungen bereits einenEinblick in die Gesetze gestatten dürften, nach welchen der Einfluss des Waldes aufdie Temperatur in den oberen für die Vegetation wichtigen Erdschichten in der Naturstattfindet.
Die Beobachtungsmethode, nach welcher die Erdbodentemperaturen bestimmtwurden, ist die Lamont'sche, welche bereits vielfach 1 ) zur Anwendung gebracht ist. Insenkrecht eingegrabene Holzröhren, welche unten entweder ganz offen oder nur durchein Drahtgitter verschlossen sind, sind Holzlatten eingelassen, die den inneren Raumder Röhre beinahe ganz ausfüllen und nur so viel Spielraum lassen, dass sie in allenFällen, selbst wenn sie durch Feuchtigkeit gequollen sind, ohne Anstrengung heraus-gezogen werden können. In die Holzlatte ist an ihrem unteren Ende ein seitlicherEinschnitt gemacht, in den ein Thermometer hineingepasst und in ihm befestigt ist.Die äussere Holzröhre ist dem Gefäss des Thermometers gegenüber mit einem Lochversehen, welches auf einzelnen Stationen vollständig frei, auf anderen ebenso wie dieuntere Oeffnung des Rohrs durch ein Drahtgitter verschlossen ist. Auf diese Weiseist es möglich gemacht, die Thermometer je nach der Länge der Holzröhre und derHolzlatte bis zu verzchiedenen Tiefen in den Erdboden einzulassen und die Temperaturder verschiedenen Erdschichten in der Weise zu beobachten, dass die Holzlatte mit demThermometer herausgezogen und der Stand des letzteren abgelesen wird. Der obere überden Erdboden herausragende Theil der Holzlatte ist mit einem Griff versehen und miteiner hölzernen Kappe zugedeckt, so dass sowohl das directe Eindringen der Feuchtigkeit,als auch eine Bewegung der Luft in den verschiedenen Ritzen möglichst verhindert ist.
Damit während des Herausziehens der Thermometer keine Aenderung in ihremStand eintritt, sind dieselben absichtlich träge gemacht und zwar dadurch, dass dasQuecksilbergefäss ausnahmsweise gross (im Durchschnitt enthält dasselbe 70—90 grQuecksilber) gemacht ist. Die Erfahrung hat dabei gezeigt, dass in der That die Ther-mometer selbst zu den Tages- und Jahreszeiten, in welchen der Unterschied zwischen
>) Lamont, Wochenberichte der königlich Bayerschen Sternwarte 1867, No. 90; Bbennayer, diephysikalischen Einwirkungen des Waldes auf Luft und Boden und seine klimatologische und hygienischeBedeutung. Aschaffenburg 1873; Wild, über die Bodentemperaturen in St. Petersburg und Nukussin dem Repertorium für Meteorologie, herausgegeben von der kaiserlichen Akademie der Wissen-schaften. Band VI. Heft I. Petersburg 1878; Bruhns, Resultate aus den meteorologischen Beobach-tungen, angestellt an 24 königlich Sächsischen Stationen in den Jahren 1872 und 1873. 9. und10. Jahrgang. Dresden und Leipzig. Teubner 1877.