Druckschrift 
1 (1899)
Entstehung
Seite
84
Einzelbild herunterladen
 

Ort bezeichnet ist, so dürfte es im vierzehnten Jahrhundert währendder Kämpfe der Markgrafen mit den slavischen Nachbaren in Ver-fall gerathen und erst wieder zur Kultur erhoben sein, als Georgvon Bredow unter dem Druck der schwierigen Zeitlage eine grössereRentabilität seines Grundbesitzes anstrebte. Wir halten es deshalbfür wahrscheinlich, dass in dieser Zeit, d. h. in den Vierziger Jahrendes Jahrhunderts in Liebenberg der Grund zu einem Rittersitzegelegt worden ist. Seinen Wohnsitz dürfte Georg jedoch nicht vonder Burg Löwenberg nach Liebenberg verlegt haben.

V. Georg hinterliess bei seinem um das Jahr 1550 erfolgtenTode seine Wittwe Anna von Hahn, einem reich begüterten Mecklen-burgischen Geschlechte angehörend, und zwei Kinder, Hans undKatharina. Den unmündigen Sohn Hans müssen wir daher alsden neuen LIerrn Liebenbergs betrachten, wenn er auch in diesemBesitze nur wenige Jugendjahre stand; denn mit dem Tode seinesVaters erfolgte zugleich der Zusammenbruch seines Vermögens undseine wohlhabende Wittwe vermochte trotz aller Bemühung dieKatastrophe nicht aufzuhalten. Sie zog mit ihren Kindern auf dasvon ihr in Mecklenburg angekaufte Rittergut Kittendorf, wo Hans,nachdem er sich mit einer Wittwe Eva, geb. von Krause, vermählthatte, kinderlos im Jahre 1590 verstarb.

VI. Aus dem Konkurse kaufte bei der Subhastation, um derZerstücklung des alten Bredow'schen Besitzes vorzubeugen, Jakob,der Sohn des Antonius (siehe bei III) Liebenberg mit Pertinenzenfür den Preis von 22000 Gulden am Ende des Jahres 15 51. Erwurde von der Mutter Hansens, Anna von Hahn, in seinem Besitz-recht durch Jahre hindurch angefochten, ohne dass diese Bemühungenjedoch Erfolg gehabt hätten. Jakob gehörte noch zu den höfi-schen Mitgliedern seines Geschlechtes. Auch im öffentlichen Lebenein Mann von Ansehen und Auszeichnung war er im Besitze derweltmännischen Bildung, die früher das Löwenberger Haus aus-gezeichnet hatte. Er stand in häufigem unmittelbaren Verkehremit Kurfürst Joachim II. (reg. 15351571) und erwarb sich dieGunst des Landesherrn in immer steigendem Maasse, der ihn endlichim Laufe der Fünfziger Jahre zu seinem Rath und Hofmarschallernannte. In seinen Funktionen als Marschall begegnen wir ihnbei den Vermählungsfeierlichkeiten der Prinzessin Hedwig, Tochter