Bei drohendem Ueberfall oder sonstiger Gefahr dürfte die durchWall und Graben gegen die Landseite abgeschlossene Landzungein der Lanke (tdem Lanke See»), der sogenannte Burgwall oderBorchwall als Refugium gedient haben, in dem Weiber, Kinderund Vieh zusammengetrieben im Walddickicht lagerte, währenddie Männer auf dem Wall bei der Pallisadenumzäunung Wachehielten.
Eine ziemlich ausgedehnte heidnische Begräbnissstätte befindetsich an dem Rande des Holzes bei der alten Berlin—Stettiner Post-strasse, nördlicher Seite, hart an der Grenze der Grüneberger Feld-mark. Eine zweite uns bekannte Begräbnissstätte an der Grenzeder tcleveschen Häuser» auf Häsner Seite in der Nähe der dortbefindlichen Sandgruben.
Das Ländchen Löwenberg kam wohl schon im 12. Jahrhundertin den Besitz der Bischöfe von Brandenburg. Doch ist über denErwerb desselben durch das Bisthum nichts bekannt. Die Mark-grafen mögen mit dem wenig eintragenden slavischen Grenzlandeden Kirchenfürsten eine fromme Donation gemacht haben, die ihnennicht viel kostete und doch würdigen Eindruck machte. Die ältestenUrkunden, die von Glien-Löwenberg handeln, kennzeichnen bereitsdas Abhängigkeitsverhältniss, in dem sich das Ländchen von dem Bis-thume Brandenburg befand. Dieses findet auch in der ersten Ur-kunde statt, in welcher Liebenberg genannt wird. Durch sie trittBischof Heinrich an den VII. Kaienden Novembris 1269 dem Dom-kapitel zu Brandenburg Hebungen im Lande Löwenberg zu Seelen-messen für seine beiden Vorgänger ab.
Die für Liebenberg interessante Urkunde*) lautet in Ueber-setzung:
«Im Namen der heiligen und untheilbaren Dreieinigkeit. Amen.Pleinrich, von Gottes Gnaden Bischof der Kirche zu Brandenburg,(thun) allen auf ewig (kund und zu wissen): Zugleich mit der Zeitschwindet dahin, was in der Zeit geschieht, wenn es nicht seineDauer empfängt durch Zeugenaussage oder schriftliche Ueberliefer-ung. Darum geben wir allen jetzt und hinkünftig lebenden Christ-gläubigen bekannt, dass wir dem Konvent unserer Kathedralkirche
*) Nach dem Kapitelbuch des Brandenburger Stifts-Archivs.