«wüsten Feldmark» herbeigezogen hatte — ihnen Haus, Hof,Garten und Ackerland zuweisend.
Auf jenon mit Häsen zugleich verpfändeten 100 Hufen legteer die auf Viehhaltung und Molkerei gegründete Kolonie Neu-holland an, indem er Kolonisten aus den Niederlanden und vonseinen cleveschen Gütern herbeizog. Die Anlegung dieser Koloniewar insofern von grosser Bedeutung, als sie das erste Beispielvon Urbarmachung werthloser Bruchgegenden war, was späterhinmit grossem Erfolge im Havellande, an der Oder und der Warthebefolgt wurde.
Um die Fläche zwischen Häsen und Neu-Holland abzu-schliessen, wohl auch im Hinblick auf die landschaftlichen Reizedieses Landstriches und die Möglichkeit, daselbst den Wohnsitzzu gründen, fasste er das, einer Linie der Bredow's aus demHause Friesack-Löwenberg zugehörende Liebenberg ins Auge.
Dieser Besitz war in der Drangsal des dreissigjährigen Kriegesso sehr heruntergekommen, dass der Rittersitz von den derzeitigenBesitzern des Lehns nicht mehr zu halten war.
In der Subhastation am 5./7. April 1652 erwarb Jobst Ger-hard Liebenberg für die Summe von 11900 Thaler. Am 15. Maierfolgte die Uebergabe und im Jahre 1654 wurde ihm der Lehns-brief ausgehändigt.
Der für die späteren Geschlechter des Hauses Hertefeld sobedeutsame Kaufvertrag nebst Taxe soll hier im Wortlaut einenPlatz finden. Er interessirt nicht nur hinsichtlich des Vergleicheszwischen dem Liebenberg von 1652 und demjenigen von 1898,sondern gibt in seiner trockenen Darstellung des Vorhandenenein interessantes Bild von dem Zustand einer der vielen durch dendreissigjährigen Krieg ruinirten Rittersitze.
TaxadesHausesLiebe nberg sammt an deren Pertinenz-
Stücken 1652.
I. Liebe nberg.
Thaler Groschen Pfennige
1450 —
Da der Rittersitz, mit andern zugehörigenGebäuden, Vorwerken und Gärten, welcheden 22. August anno 1634 auf 2250 Rthlr.