Druckschrift 
1 (1899)
Entstehung
Seite
51
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Heute stellt sich dieser Werth annähernd gleich.

An Silberzeug bringt Jobst Gerhard nicht viel in seineHeirath ein. Die silbernen Giesskannen nebst Becken wird dasWaschgeschirr sein, das er bei seinen vielen Reisen mitführte;kein grosses Becken, denn man hielt in jenen Zeiten nicht viel vonWaschung und Reinlichkeit. Auffallend ist die geringe Anzahlvon i Dutzend silbernen Löffeln. Allerdings wurden diese nichtmit den Speisen gewechselt.

Dass die zu der Jagd erforderlichen Waffen und Gegen-stände den ersten Platz der Zahl nach einnehmen, dürfte nicht ver-wundern, Jobst Gerhard lebte ganz für seinen Dienst.

Die Betten erscheinen uns hingegen kostbar genug. Nachdem Brauch der alten Zeit wurden stets «Gardinenbetten» benützt.Der Bettbehang spielt deshalb eine gewisse Rolle.

Dass selbst «das grüne Reisebett» Jost Gerhards einen «Bett-behang» hatte, dazu auch drei Betten (d. h. Unterbetten mitFedern gefüllt), ein Pfühl (ein grosses weiches Federkissen), dreiandere Kissen und drei Decken gehören, spricht für den grossen Apparatmit dem der Oberjägermeister zu reisen pflegte. Halle scheintdamals der Hauptplatz für Leinwand gewesen zu sein. Auchfällt es uns auf, dass die Kissen vielfach mit S chwanenfederngefüllt waren.

Die Angabe von 12 Tischtüchern und 5 Dutzend Serviettensteht in keinem Verhältniss zu den 12 silbernen Löffeln.

Das zinnerne Zeug, das für den Gebrauch bei Tisch be-stimmt war, ist leidlich zahlreich. Aber es muss bemerkenswertherscheinen, dass nur drei Dutzend Teller vorhanden sind, bei dergleichen Anzahl von Schüsseln nebst 18 Confektschalen etc.Daraus geht hervor, dass die Teller bei der Mahlzeit nicht vielgewechselt wurden so wenig wie die Löffel.

Die Notiz, welche Jobst Gerhard neben den Zinn- und Küchen-geräth macht «dass es von Soldaten mitgenommen sei», wirft eingrelles Schlaglicht auf die kriegerische Zeit, in der er lebte. Diefür Brandenburg nicht einmal 1648 durch den Frieden von Osna-brück ihren Abschluss fand.

Das Studium von Robert Scholten's «Stadt Cleve» führt unsin einen von den Interessen Jobst Gerhard's in der Provinz Preussen