Druckschrift 
1 (1899)
Entstehung
Seite
44
Einzelbild herunterladen
 

44

Wohlstand zu halten. Besonders aber wie er, in der MarkBrandenburg festen Fuss fassend, den Grundbesitz erwarb, derdie Interessen der Hertefelds von dem cleveschen Stammlande inden Mittelpunkt der brandenburgischen Kreise zog.

Dass für diese Bestrebungen Jobst Gerhards auch seine Eheförderlich gewesen sei, wie eine Familientradition behauptet, ergebennicht die bezüglichen Untersuchungen.

Er vermählte sich 1642 mit Margaretha von Effern aus demHause Disternich (bei Düren), welche in erster Ehe an den Kom-mandanten von Pillau, Heinrich Gross von Pfersfelder*) verheirathetwar. Dieser mag sie auf seinen Kriegszügen am Niederrheinkennen gelernt haben.

Es erscheint uns durchaus erklärlich, dass Jobst Gerhard inBeziehung zu seiner Landsmännin aus dem Westen trat, als er ihrim fernen Osten des Reiches begegnete. In seiner Zeit dürftedieses Begegnen den Charakter der Empfindung getragen haben,die uns bewegt, wenn wir auf Reisen in fernem, unkultivirtenLande einem Landsmann begegnen, der überdies aus unserenKreisen der Gesellschaft stammt, und mit dem uns zahllose Interessenverbinden. Die Ehepakten zwischen Jobst Gerhard und Margarethavon Effern besitzen wir im Archive zu Liebenberg. Sie sind inäusserst umständlicher Form abgefasst und nur der Eingang kann

*) Die Gross von Pfersfelder, ein fränkisches Rittergeschlecht, wurden mitKonrad, Komthur zu Danzig, 1469 in Preussen ansässig. Der erste Gatte derMargarethe von Effern, Heinrich, war Kommandant zu Pillau und leistete als solcher1636 den Eid. Er muss bald nach 1637 gestorben sein. Am Ii. August 1642ergeht eine Aufforderung der Regierung an seine Wittwe, die Forderung des TischlersGabriel Berkholz in Linkanien (wohl Linkuhnen) zu erledigen. Mit diesem Linkulinenwird ein Zusammenhang mit Jobst Gerhard von Hertefeld ersichtlich. (Siehe weiterunten). Am 12. November 1642 werden zu Vormündern bestellt für Heinrich Grossvon Pfersfelders nachgelassenen unmündigen Sohn: Gisbert Rosmilian von Colcheimgenannt Leuclitmar, kurfürstlicher Rath, (d. h. Calkum genannt Leuchtmar. (Siehebei Stephan von Hertefeld S. 17) einer niederrheinischen Familie entsprossenvielleicht Verwandter der Mutter, Oberst Achatius von Kreytzen und Kammer-herr Henning von Bork,

Der Sohn Margaretha's dürfte der 1657 als Fähnrich im Regiment Bellicumgenannte Friedrich Gross von Pfersfelder sein.

Es ist anzunehmen, dass der Vater Friedrichs seine Gattin Margarethawährend seiner Kriegszüge am Niederrhein kennen lernte. (Mittheilung des HerrnOberstlieutenant z, D. Gallandi, Königsberg.)