Druckschrift 
1 (1899)
Entstehung
Seite
32
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Herzlieben seinigen, Göttlicher Obacht empfehlend, verbleibendmeines hochgeehrten und vielgeliebten Vetters dienstwilliger Diener

(gez.) Georg Wilhelm von Hertefeld.

Sevenar, i. Januar 1654.

Der Herr Vetter beliebe unbeschwert dieses Angeschlossenezu Recht lassen inscribiren.»

Von besonderem Interesse aber ist das Testament Stephans,das sich gleichfalls im Archive zu Liebenberg befindet. Dasselbe istim Einverständniss mit seiner Gattin zu Zevenaar am 20. Februar 1632verfasst und enthält einen Nachsatz der Wittwe vom 17. Januar 1652.

Wenn der Inhalt, der einen genauen Einblick in die Ver-mögenslage, das Besitzthum und die Familienverhältnisse Stephansgiebt, schon Interesse erregen muss, so sind es doch besondersder christliche Sinn, die Liebe und die Sorgfalt, mit der derVater die Zukunft seiner acht Kinder zu regeln versucht, welcheunsere Sympathie für ihn erwecken. Aber es tritt uns nochetwas Anderes daraus entgegen: Stephan, als er das Testamententwarf, ein Mann von 71 Jahren, hat dasselbe selbst verfasst undeigenhändig geschrieben. Seine Ausdrucksweise zeigt einehohe Vollendung im Style der damaligen Zeit und eine für seinAlter ausgezeichnete Klarheit. Besonders aber muss uns seineHandschrift auffallen, die in den Charakteren damaliger Schreib-weise eine seltene Schönheit, Sicherheit und Gleichmässigkeit auf-weist. Sie spricht dafür, dass Stephan viel in seinem Leben ge-schrieben hat und ein Kundiger in Amts- und gelehrten Sachenwar, ein Mann von hoher Bildung und Kenntnissen, dessen Titeleines «kurfürstlichen geheimbden Rathes» keine leere Form war.

Mit den festen Charakteren dieser Handschrift Stephans ver-gleichen wir unwillkürlich die Handschrift seiner Söhne.

Wohl versteht es der hervorragendste derselben, Jobst Gerhard,sich präcis auszudrücken. Seine Stellung und die grossen Dienste,die auch er dem Staate leistete, sprechen für seine Anlage undseine Fähigkeiten, aber die Handschrift und Orthographie zeigenMängel. Mehr noch diejenige Georg Wilhelms, dessen Styl sogarzu wünschen übrig lässt und gegen die Ausdrucksweise und Schriftzeichen des Vaters stark abfällt.