Druckschrift 
2 (1853) L - Z
Entstehung
Seite
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52 GRAFEN V. LOEBEN.

mehrere Glieder der Familie geschrieben beigelegt und die Erlaubnisserlheilt hätte, dass er mit seinen Nachkommen ihr Bildniss mit Kroneund Schachspiel im Wappen führen dürfe. Dieser Annahme, welchewohl aus dem Wappen hervorgesucht ist und die auch, wie hei Gros-ser und Gauhe zu lesen ist, anders erzählt wird, steht in Bezug aufdie erwähnte Quelle namentlich der Umstand entgegen, dass nach kei-nem glaubwürdigen böhmischen Geschichtsschreiber sich die FamilieLoeben in Böhmen je unter dem Bitterstande befunden hat, also auchnicht in den Rilterbüchern eingetragen gewesen sein kann. Es ist näm-lich ungewiss, oh und wie eine im Prachiner Kreise mit Rozmilal undßlatna angesessene Familie, welche sich v. Löben Rozmilal und Blatnageschrieben haben soll, zu diesem Geschlecht gehört. Mit grössererWahrscheinlichkeit leitet dagegen Aeneas Sylvius (Annal. Bojern.) dieFamilie aus Mähren ah, und giebl als Stammsitz das Schloss Löben-oder Löwenstein hei Znaim. Johann v. Loeben wurde um das Jahr 1203am Hofe des Herzogs Heinrich d. Bärtigen in Schlesien und MährenHofmeister der Herzogin Hedwig. Melchior v. Lochen war um das Jahr1474 der schlesischen Fürsten und Stände Fcldobersl gegen die Polenund später Landesältester im Fürslenlhume Glogau, und ein anderer Mel-chior v. Loeben kommt 1488 als erster Landvoigt der Niederlausitz vor.Die Familie breitete sich namentlich in Schlesien, den Lausitzen undder Mark Brandenburg aus, der Güterbesitz mehrle sich bedeutend, undso entstanden eine grosse Menge Häuser und Linien des Geschlechts.Als Stammvater der schlesischen Linie, welche man gewöhnlich als Haupt-linie aufführt doch gab es früher in Schlesien noch eine andere,ein ganz abweichendes Wappen (in Schwarz drei Löwenköpfe, von denender untere durch einen silbernen Querbalken von den oberen getrenntwar) führende Familie, welche meist Löhe geschrieben wurde wirdder ersterwähnte Melchior angenommen. Als Stammgüter dieser Linie,welche das Schloss und Städtchen Loeben hei Neisse im Briegischenerbaut haben soll, werden Drehno und Nilcken, sowie Kurtzschau, Schön-feld und Merzdorf im Crossenschen, Kleinrosen im Slriegauschen undKontopp im Glogauschen aufgeführt. Die Linie in der Oberlausitz, wosie das Städtchen Schönberg und die Güter Ober- und Niederhalben-dorf, Küpper, Megelsdorf, Kolmen, Ilolsche, Briesnigg und Kayen besass,stammt von der schlesischen Haupllinie und beginnt mit Georg, Herrnauf Sehönberg, kursächs. Rath und Landvogt in der Oberlausitz, gest.1651. Die Niederlausilzer Linie wird von dem oben angeführten Mel-chior, Landvogt der Niederlausitz, abgeleitet und besass Amtiz, Krischow,Wiesendorf etc. Im Brandenburgischen standen Blumberg, Dnlewitz undFalkenberg und im Magdeburgischen schon im 14. Jahrhundert Bollers-dorf der Familie zu. Caspars, Herrn auf Schließen und Bollersdorf,Enkel, Hans, gest. 1636, trat 1587 in brandenburgische Dienste undwurde Geh. Rath und Canzler des Kurfürsten Joachim Friedrich, dessenhöchstes Vertrauen derselbe besass.

Aus der schlesischen Hauptlinie erhielt Johann Friedrich , geb.27. Febr. 1595, gest. 16. Mai 1667, welcher unter dem Kurfürsten