Druckschrift 
2 (1853) L - Z
Entstehung
Seite
721
Einzelbild herunterladen
 

ZUSÄTZK. 721

stand in Böhmen etc., hat auf einer offenen Factur des Buchhandelsdie Angaben filier die Grafen v. ßercliem als ungenaue, unrichtige, jasogar benachtheiligende bezeichnet, dem Werke ein etwaiges Glück ab-gesprochen und diese Factur zu beliebigem Gebrauch gestellt. Nach ingenannte Factur genommener Einsicht hat die lledaction fest haltendan der im Vorworte zum ersten Bande (VII. Z. 37 v. u.) ausgesproche-nen Ueberzeugung, dass jede derartige Schrift der Berichtigungen be-darf den Herrn Grafen in einem, die üblichen Formen ganz berück-sichtigenden Schreiben um Berichtigung falscher Angaben mit dem Be-merken gebeten, dass jedenfalls in Folge jener Factur in den Zusätzenzum zweiten Bande auf die Grafen v. Berchem zurückgekommen werdenwürde. Die erbetene Berichtigung, welche zu geben eben nicht leichtsein dürfte, ist nicht eingegangen, und so kann denn leider der be-treffende Artikel nicht verbessert werden; das gegebene Wort: auf dieFamilie zurückzukommen, löst aber die Redaction durch Nachstehen-des ein.

In der heraldisch-genealogischen Literatur kommen drei Familienmit dem Namen v. Berchem vor.

Ueher die erste giebl J. D. v. Steinen (Westphälisehe GeschichteTh. III. Lemgo 1757, S. 10271634) die beste Auskunft, v. Steinensagt S. 1627 und 1628:Die v. Berchem, welche in allen Nachrichtenverschiedentlich geschrieben werden, sind ein gar alt Ritterlich Geschlechtin der Grafschaft Mark und stammen aus der Grafschaft Limburg, alwonoch im Kirchdorf Bereheim das Schloss Bercheim anzutreffen ist,"und reiht an diese Angahe unmittelbar folgende: ,,D. Mülherr schreibt:Berchem zu Berchem, ein all adlich Geschlecht in der Veste Lymburgh,genannt v. Rockholl zum Rockhol. Sie fuhren im silbern Schilde einrolh Rad mit fünf Speichen, und über dem gekrönten Helm eine rolheund eine weisse Adlersfeder, zwischen welchen das Rad wieder zusehen ist, und so ist dieses Wappen aufgeschworen." v. Steinen giebthierauf S. 1629 1631 mehrere genealogische Nachweise, welche mitTheodorieus de Bergbem, 1244 Zeuge in einem Briefe von Graf Diede-ricli v. Limburg, beginnen, und mit dem offenen Geständnisse endigen:Ich weiss aber nicht gewiss, ob sie zu diesen gehören," und theiltzuletzt, S. 16321634, ein ordentliches Geschleehlsregisler dererv. Berchem zu Werdringen etc. mit. Dieses Register beginnt mit Hein-rich v. Bereborn zum Rocholl, 1538, und schliessl im 6. Gliede mitJohan Frid. Mordio, Herrn zu Stockum, Werdringen, Bidinckhoff, verm.mit Calrina Friderica Lowisa v. Ripperda, aus welcher Ehe eine Tochter,Anna Sophia Amalia Charlotta Friderica, stammte." Nach Allem lebtendie drei zuletzt genannten Familienglieder noch im Jahre 1757. Mitdenselben hören aber auch die Nachrichten über diese erste Familiev. Berchem ganz auf, und es dürfte nur interessant sein, hinzuzusetzen,dass ein, der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts angehöriges Allianz-Wappen vorkommt, welches rechts das Wappen derer v. Arnim, linksdas derer v. Berchem, und zwar letzteres ganz, wie v. Steinen (s. oben)angegeben, zeigt. Ziemlich nahe liegt die Vermulhung, dass die er-ll. 46