682 GRAFEN V. WOLKENSTEIN.
Grafen v. Wolkenstein.
Äcittjölifdj. ffiefterrcid).
Besitz: Wolkenstein-Trostburg, ältere Linie: die Herrschaften Wolkenstein, Ivano undVillanders, und die Schlösser Frkchburg, Griesbi'ück', Toblino und Partiell; dieHerrschaften Hagensdorf und Brunersdorf mit den Gittern Göttersdorf, Wiids'chitzund Luschilz in Böhmen; mittlere Linie: die Herrschaftet) Lednitz und Neuhans ander Etsclt; jüngere Linie: die Herrschaften Trostburg, Boimont und Garzig; Wolken-stein-Rodenegg, ältere Linie: die Herrschaft Rodenegg; jüngere Linie: die Herr-schaft St. Petersberg und Schloss Neuburg in Vorarlberg etc.
Wappen: quadrirter Schild mit Mittelschild. Im blauen Mittelschilde eins ilberner, eingebogener Sparren (Rodnegg oder Rodanck). 1 und 4 von Roth undSilber schrägrechts mit Wollten so getheilt, dass drei silberne, einfache Wolken indie rotlie Abtheilung hinauf gehen (Wolkenstein, nachSpener: Maulrapp); 2 und 3in Ii 1 ati drei oben abgekürzte und zugespitzte, silberne Pfähle mit einem rothenSchildesfusse (Villanders, Villander). Auf dem Schilde stellen zwei gekrönte Helme.Der rechlc Helm trägt zwei rollte, in den Mündungen mit einer und an den äusserenSeiten mit vier Pfauenfedern besteckte Biilfelsliörner, zwischen denen ein goldenerZaun steht, hinter welchem sich drei silberne Straussenfedern erbeben (wolken-steinschcr Helm). Der linke Helm trägt zwischen zwei Hirschhörnern von zehnEnden und von natürlicher Farbe einen von Bläu und Roth die Länge herab gelheilten,unten von Silber aufgeschlagenen Hut, welcher oben gekrönt und mit drei Straussen-federn, blau, silbern, blau, besteckt ist. Die Helmdecken sind rechts roth undsilbern, links blau und silbern. — Nach Spener sind die drei Pfähle im 2. und3. Felde nicht abgekürzt, sondern die Spitzen stossen an den Schildesrand. —Die Angabe Einiger, dass der Mittelscliild quer getheilt sei und oben in Silber einerotlie Rose, unten in Gold auf grünem Roden ein schwarzes, re'chtslaufendes Schwein(Eberstein) zeige und dass durch diesen Schild der rodn'eggsche Sparren aus demWappen verdrängt worden sei, scheint auf einem Irrthum zu beruhen, wenn auchallerdings durch Vermählung einige ebersteinsche Allodialgiiter, welche später anBaden verkauft wurden, an die wolkcnstcinschc Familie gekommen sind.
Sehr alles, ursprünglich tirolisches Rittergeschlecht, welches späterden Freiherren- und den Reichsgralenstand erhalten hat, sich weit, auchin Böhmen und Ungarn, ausbreitete, sehr gliederreich wurde und grossenGrundbesitz erlangte. Die Familie stammt, naeli älteren Angaben, ausdem uralten, tiroler Rittergeschlecht: Villanders, welches nach Bucelinischon 650 das gleichnamige Schloss besessen haben soll und welchesspäter auch das Schloss Pradell (Pradel, Pratel) an sich brachte undbis 1488 besass. Letzteres Schloss besass um 1150 Conrad II. Villanders