Druckschrift 
2 (1853) L - Z
Entstehung
Seite
657
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GRAFEN V. WEI.SERSHKIMI1. 657

Grafen v. Welserslieimb.

Äotl)0lifd). ©efierretdj.

In Steiermark, Kärnten und lllvrien reich begütert.

Wappen: quadrirter Schild mit Mittels'child. Im blauen Mittelschild, welchermit einer königlichen Krone gekrönt ist, steht auf einer goldenen Krone aufrechtein schwarzer, mit einer silbernen Lilie belegler deutscher Hut, welcher mit einerKrone bedeckt ist, aus der eine blaue und eine silberne Strausserifeder aufsteigt.(Das Stammwappen ist der Länge nach von Silber und Roth quergetheilt mit einerLilie von gewechselten Tincturen.) 1 und 4 in Schwarz ein vorwärfsgekelirter,gekrönter und doppelt geschweifter, silberner Löwe. 2 und 3 der Länge nachgetheilt; rechts in Blau ein der Länge nach von Roth und Silber getheilter Stein,links in Roth zwei schrägrechte, goldene Balken. Ueber der Grafenkrone erhebensich drei gekrönte llelnre. Der rechte trägt wachsend den Löwen des 1. und4. Feldes, der mittlere den Hut des Mittelschildes und der linke einen die Sachseneinwärtskehrenden, geschlossenen, rothen Adlersdug, welcher mit zwei goldenen,schrägrechten Balken belegt ist. Die Helmdecken sind, eben nicht heraldisch, rechtsrollt und golden, links roth und silbern. So giebt das Wappenbuch der österr.Monarchie (XIII, 3) dieses Wappen, welches abgebildet selten vorkommt. DasGeneal. Taschenbuch der gräfl. Häuser (1S53, 801) tingirl den Löwen in 1 und 4golden, spaltet 2 und 3 die anders angegebenen Zahlen sind doch nur Druck-fehler von Blau und Gold (nicht von Gold und Blau) und setzt rechts in Blaueinen weiss und rothen Stein (muss, der linken Hälfte des Feldes wegen, einenroth und weissen Stein heissen), und giebt in der linken Feldeshälfte in Goldeinen rothen Balken an. Der Mittelschild zeigt in Blau einen schwarzen deutschenHut mit einer Königskrone und darunter eine goldene Doppellilie: eine Beschrei-bung, welche nach Obigem verändert werden möchte. Bei Erhebung in denGrafenstand ist das freiherrliche Wappen unverändert beibehalten worden.

Die Grafen v. Welserslieimb stammen aus dem bekannten alten,turnier- und stiftsmässigen schwäbischen und fränkischen Adelsgescblechteder Welser ab, welches schweizerischen Ursprunges war. Philipp Welser,oder Waliser, soll, der Sage nach, vom Kaiser Carl dem Grossen, wegentreuer, gegen die Longobarden geleisteten Kriegsdienste, zum Rittergeschlagen worden sein und eine Lilie zum Wappen erhalten haben.Julius Welser wurde vom Kaiser Otto 1., nach der Schlacht bei Augs-burg, zum Ritter geschlagen, und starb, 96 Jahre alt, 1003. Der EnkelIL 42