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2 (1853) L - Z
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GRAFEN V. WER FL.

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goldene Löwen. Das dänische Wappenbuch giebt den Schild mit Mittelschild,wie hier beschrieben, deckt aber den Schild nur mit einer Krone. Nach demWappenbuche des Königreichs Hannover ist der Mittelschild golden, Rock und breil-krämpiger Hut des Mannsrumpfes sind der Lange nach von Schwarz und Rothgetheilt, der Hut mit rother Schnur und Quasten geschmückt, und der Halskragensilbern. Das Castell im t. und 4. Feld ist rund, hat ein offenes Thor und aufjedem der zwei Therme weht nach links eine Fahne. Feld 2 und 3 sind goldenund die Fahnenstangen braun, mit silbernen Spitzen. Auf dem Helme steht derMannsrumpf ohne die Fahnen. Das Geneal. Taschenbuch der gräfl. Hänser führtden Schild alsquadrirt; unten mit einer Spitze" auf, welche aber in der Be-schreibung des Wappens nicht vorkommt. Das Brustbild des Mannes wird halbroth, halb blau gekleidet angegeben, und dasselbe soll aus der Grafenkrone mit densieben Fahnen hervorragen.

Eine der ältesten und berühmtesten, an Gliedern und Grundbesitzreichsten Adelsfamilien in den Marken und in Pömmern, aus welcherspäter mehrere Glieder sich nach Dänemark wendeten und in diesemLande zu holten Ehren gelangten. Jetzt blüht das Geschlecht namentlichin Preussen, Hannover etc. Der Ursprung des Geschlechts liegt imDunkel, und die vielfach gemachten Versuche, dasselbe zu erhellen, sindvon der Art, dass dieselben billig übergangen werden können. DerName Wedel soll, wie Einige wollen, urkundlich schon seil dem 8. Jahr-hundert vorkommen, und zwar immer mit dem Beisatze: nobilis undlateinisch: Wcdilo, Widelo, Wilhulo etc. 1059 kommt in einer Urkundedes Bischofs zu Hamburg, Adalbert, ein Comes Wedilo vor, Widelo war1159 Bischof zu Minden, und llinricus, Hasso und lleimbernus fratresmilites de Wedele bezeugten 1212 eine Urkunde- Albrechts v. Orlamünde,Grafen v. Nordalbingen. Als Stammvater des Geschlechts der Wede'le,auch Wedile, Widele, Weddele, welcher Name sich in Wedel abgekürzthat, wird R eimbernbs genannt. Nach mehreren Urkunden des Dom-capilelarchivs zu Hamburg blühte tlie Familie durch fünf Generationenin Nordalbingen und besass Wedele, eine Stadt in Stormarn', zwei Meilenunterhalb Hamburg, und viele andere benachbarte Orte. Als in derzweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts die Markgrafen von Brandenburgzur Eroberung des Landes jenseits der Oder, der jetzigen Neumark,deutsche Ritter aufforderten, verkauften sieben Brüder v. Wedele, sämmt-1 ich Riller, welche in brandenburgschen und pommerschen Urkundenvon 12G5 1300 häufig als reiche und mächtige Grundbesitzer vor-kommen, ihre nordalbingischen Güter an das Domcapitel zu Hamburg,warben Söldner und eroberten grosse Landstrecken jenseits der Oder,mit welchen dieselben von den Markgrafen beliehen wurden. Die Vetternan der Elbe folgten diesem Beispiele, und nach 1350 kommt in diesenGegenden kein Wedele mehr vor. Ausser den neumärkischen Lehenkaufte das Geschlecht grosse Besitzungen in Pommern, den späterenwedeler Kreis, und erwarb ansehnliche Güter im Kreise Posen unterpolnischer Hoheit. Nach den Lehenbriefen Kaiser Ludwigs des Bayernvon 1328 und Kaiser Carls IV. von 1374 über die neumärkischenBesitzungen gehörte dem Geschlechte v. Wedele fast die ganze Neumark,namentlich die Städte Cüstrin, Bernau, Mellen, llogzil, Nürnberg, Reetz,Jiilz, Callies, Neuenwalde, Schierelbein, Falkenburg mit allen dazwischen