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2 (1853) L - Z
Entstehung
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GRAFEN V. U. ZU WALSEE, HERREN V. GUYARIi D. ST. JULIEN. 641

würden bekleidete. Der Ursprung des Hauses Guyard liegt im Dunkel.Nach einer Familiensage liess ein Guyard um 460 zwei Sliidte: Fontainela Guyard und Ville neuve de Guyard im Gebiete von Chartrain undSenonois hauen und in ersterer Stadt der Göttin des Glücks einenTempel, welcher von Druiden bedient wurde, errichten. In Folge dieserSage nahmen später die Glieder dieses Hauses zu Schildhaltern Druidenund als Devise den all-celtischen Schlachtruf: Tahusticuw an. Nach denArchives du Prieurd de St. Martin des Champs k Paris kommen Gliederdieses Hauses zuerst 1135 und dann auch unter der Regierung desKönigs Ludwig VII., nach 1137, vor. Nach Serrary und de St. Marthegründete Guyard, Rischof zu Chambray, gest. 1238 — Belieferet giebtschon im 9. Jahrhundert einen Guyard als Rischof zu Chartres an —in Frankreich die Frohnleichnamfeier, welche 1236 von demselben zuerstgehalten und dann von dem Papste Urban IV. allgemein eingeführtwurde. Die Angabe Anderer, dass diese Feier zuerst zu Lüttich 1247stattgefunden habe, ist der Redaction bekannt.

Wilhelm Guyard, Ritter, geb. zu Orleans 1241, begleitete 1270den König Ludwig IX. auf dem erneuten Kreuzzuge nach Tunis undwidmete 1307 dem König Philipp IV. ein historisches Werk in Versen:La branche aux lloyaux lignages. Mit diesem Wilhelm beginnt die ununter-brochene Stammreihe der Herren v. Guyard, welche die DomaincnVachieres, St. Didier, Foulques, St. Julien und Vanasque an sich brachtenund nach diesen Besitzungen sich in drei Haupllinien schieden: Guyardseigneur de Foulques eL Vachieres, Guyard seigneur de St. Julien undGuyard seigneur de St. Didier und Vanasque. Die erste, so wie diedritte dieser Linien sind erloschen, und die zweite, Guyard v. St. Julien,blüht nur noch in Oesterreich, in welche Monarchie das Geschlechtdurch Heinrich v. Guyard und St. Julien kam, welcher, seines Glaubenswegen, 1598 Frankreich verliess und unter Kaiser Rudolph IL in k. k.Kriegsdienste trat. — Derselbe, dessen Muller aus dem Hause Bourduneenlsprossen war, zeichnete sich im Felde, so wie später bei diplomati-schen Sendungen aus, wurde k. k. Kämmerer, General-Gommissar derk. lt. Armee, IIof-Kriegsralh, Oberst-Inhaber eines Regiments zu Fuss,erhielt 1625 die Herrschaften Rohanilz und Trolina in Böhmen vomHerzog Albert zu Friedland zur Lehn und wurde zuerst vom KaiserFerdinand II. 20. März 1628 in den Reichsfreiherrenstand mit demPrädicate: von und zu Walsee (niederösterreichische Herrschaft, welchesonst eigene gleichnamige Herren halte, deren Stamm mit RcinprechtHerrn v. Walsee 1483 erloschen ist) und später, 29. Sept. 1638, vomKaiser Ferdinand III. zum deutschen Reichsgrafen v. u. zu Walsee erhoben.Aus der Ehe mit Sidonia Gräfin v. Ilardegg stammte Graf Adam Maximi-lian , lt. k. Kämmerer und Oberst-Falkenmeisler des Kaisers Leopold I.,venu, in erster Ehe mit Franziska Renata Herrin v. u. zu Stubenberg,und in zweiter mit Maria Susanna Gräfin v. Brandis, aus welcher letzterenEhe drei Söhne entsprossen: Johann Nicolaus, Johann Albrecht undJohann Leopold. Der ältere, Johann Nicolaus, k. k. Kämmerer etc.,vermählte sich mit Anna Ludovike Gräfin v. Hohenfels; doch starb schonit. 41