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GRAFEN V. THUN U. HOHENSTEIN.
der Schweiz nur im Adelstande bis in das 15. Jahrhundert vor. — InOesterreich tritt dasselbe gegen Ende des 13. Jahrhunderts mit Erasmus,k. Obersten, merklicher hervor: wann dasselbe nach Oesterreich ge-kommen, ist in das Dunkel der Zeit gehüllt. Das Geneal. Reichs- undStaatshandbuch giebt, wie Einige Früher allerdings behauptet, an, dassdas Haus über 1400 Jahre in den österreichischen Erblanden blühe:eine Angabe, welche die umsichtige Redaction des Geneal. Taschenbuchsder gräfl. Häuser (1837, S. 476) dahin abgeändert hat, dass dieselbe,anstatt des Jahres 383, das Jahr 1383 setzte. Der Freiherrenstand ist,nach neueren Angaben, 16. Nov. 1530 in die Familie gekommen, dochwird schon Anton v . Thun, gest. 1522, mehrfach als Freiherr aufge-führt. Die Aufnahme unter die steierischen Landstände erfolgte 28. Febr.1628, der Beiname v. Hohenstein entstand 28. Febr. 1628, und dieReichsgrafenwürde kam vom Kaiser Ferdinand II. 24. Aug. 1629 in derTerson Christoph Simons , kais. Oberst-Hofmeisters, in die Familie, auchwar in dieselbe schon früher das Erb-Schenkenamt in den StifternBrisen und Trient gelangt. Was den Beinamen Hohenstein anlangt, sosoll nach dem Familien-Archive zu Tetschen dem erwähnten ChristophSimon, welcher von 1623— 1628 die grossen Besitzungen in Böhmenankaufte, vom Kaiser Ferdinand II. für ein bedeutendes Darlehn dieniedersächsische Grafschaft Hohenstein verpfändet worden sein. Ritter-schaft und Unlerthanen der Grafschaft huldigten, doch im 30jährigenKriege besetzte Schweden dieselbe. Später nahm Brandenburg Hohen-stein in Besitz, und da die beiden streitigen Erben der ins Freie ver-fallenen Grafschaft, die Grafen Johann Sigismund und Georg Sigismundv. Thun, den Besitz nicht ergriffen, auch bei dem Friedensschlüsse zuMünster, 1648, um die Grafschaft sich nicht bewarben, so verblieb die-selbe, bis auf den von der Familie behaltenen Titel, der Kur Brandenburg.
Die zwei Söhne des oben erwähnten Anton gründeten zwei Haupt-lin i en: Cyprian stiftete die ältere (Stamm von Caslell-Brughier), Lucasdie jüngere (Stamm von Castell-Thun) Hauptlinie. Die ältere llaupt-linie schied sich durch zwei Enkel des Stifters in zwei Speciallinien:Johann Cyprian gründete die tirolische, Georg Sigismund die böh-mische (frühere Schriftsteller nannten die böhmische zuerst und Iiessenauf diese die tirolische folgen, wie schon in Bezug auf die HauptlinienEinige die Lucassche die ältere, die Cypriansche die jüngere genannthatten, worüber freilich nur die Familienarchive Aufhellung geben können).Die tirolische Speciallinie verbreitete sich durch zwei Söhne des Stiftersin zwei Aeste: Alpiions Franz stiftete den jetzt blühenden Ast zuß rüg hier und Trient in Tirol, Christoph Anton Simon den zweitenAst zu Caldes in Südtirol, welcher im Mannsstamme mit dem GrafenAlexander 1850 erloschen ist. Die böhmische Linie hat sich durchFideicommiss-Institut vom 5. Jan. 1671 in drei Majorate: zu Klö-sterle, Tetschen an der Elbe und Achleute'n mit Hechenbergund Choltitz (jetzt Majorat Choltüz) gcthcilt. Die jüngere vonLucas (s. oben) gestiftete Hauptlinie wird jetzt als Stamm von Castell-Thun in Trient aufgeführt.