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2 (1853) L - Z
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GRAFEN V. RÜDIGER.

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dem Freiherrendiplome nach aber das Wappenbild des Schildes wiederholt, kamauf den gräflichen Schild nicht zu stehen, sondern als rechter Helm, neben demBiilowschen linkc-n, der oben beschriebene, vielleicht als Tornowscher Helm. Wasübrigens die Familie v. Tornow, welche ausdrücklich als mekleubürgischc Familiegenannt ist, anlangt, so werden Heraldiker eines Zweifels sich nicht entbrechenkönnen: die v. Tornow führen in Roth drei (2 und 1) silberne Streithammer (nachMicraelius drei runde, schneidende Messer in Mondengestalt, nach v. Rehr dreiKneife) und auf dem Helme drei Rautensträuche von natürlicher Farbe, und so giebtauch das sehr zuverlässige meklenburgische Wappenbuch (Tab. L. No. 188) dasTornowsche Wappen. Es scheint irgend eine Verwechselung vorzuliegen. Dasvom Gencal. Taschenbuch der gräfl. Häuser (1849, p. 600) gegebene Wappen gehörtdurchaus nicht in die dort besprochene und hier zu besprechende Familie. DieAngabe lautet:senkrecht getheilt, rechts in Silber drei blaue rechte Schrägbalken,links in Roth ein aus dem Vordcrtheil hervorgehender, silbern gerüsteter Arm miteiner goldenen Spange in der Hand." Nach mehreren vorliegenden Lackabdrückenist der Schild dieses Wappens der Länge nach gelheilt; rechts in Silber dreischräglinke, blaue Balken, links in Roth ein unten aus der rechten Hälfte aus einergoldenen Krone hervorgehender (bisweilen auch frei gegen den Schildesfuss gestellter),silbern geharnischter Arm, welcher in der Hand eine nach links gewendete, goldeneSpange hält. Auf dem gekrönten Helme steht der Arm mit der Spange zwischeneinem offenen, rothen Adlersfluge. Das Wappenbuch der österr. Monarchie (XIX, 23:Grafen v. Rüdiger) giebt rechts drei schrägrechte, blaue Balken an und lehnt denArm in der linken Schildeshälfte, ohne Krone, an den linken Schildesrand an, decktaber den Schild nur mit der Grafenkrone. Das polnische Wappenbuch giebt diesesWappen unter dem Namen Ridger, Iheilt aber die Flügel auf dem Helme quer vonRoth und Silber mit gewechselten Tincturen. Wahrscheinlich steht dieses Wappendem in neuerer Zeit in den k. russischen Grafenstand erhobenen k. russ. Generalv. Rüdiger zu, welcher aus einer anderen, als der hier in Rede stehenden Familieentsprossen ist.

Sehr altes, so weit die Nachrichten reichen, aus Westphalen stam-mendes Adelsgeschlecht. Ein Rudiger rettete seinem Landesherrn dasLehen bei einer Auerochsenjagd und erhielt daher das Stammwappender Familie. Balthasar war um die Jahre 13001320 Deutschordens-Ritler zu Marienburg, und der Bruder desselben, der Stifter des jetzigengräflichen Hauses, in der Umgegend begütert. Von diesen Gütern hreilelesich das Geschlecht weiter aus, erwarb grösseren Besitz, namentlich inder Gegend von Danzig und Thorn, und Lucas, in Thorn sehr angesehen,erhielt später, dem Freiherrendiplome nach, 1552 vom König Sigis-mund 11. August in Polen das Indigenat im Königreich Polen und dieAufnahme in den polnischen Adel. Mit Ruhm und stattlichen Verdienstendiente das Geschlecht, wie das Grafendiplom anführt, dein kaiserlichenHofe in Civil- und Militair Stellen. Felix v. Rüdiger leistete in demböhmischen Kriege während dreissig Jahren unter den Kaisern Matthiasund Ferdinand iL die wichtigsten Dienste und war, wie schon desKaisers Rudolph IL, so auch der eben genannten Kaiser Geh. Rath.Als die Ernennung desselben zum k. Geh. Rath vom Kaiser Ferdinand 11.erfolgte, bestätigte Letzterer den 1625 vom König Sigismund III. inPolen bezeugten Adel der Familie. Johann Heinrich von Rüdigererhielt vom König Stanislaus August in Polen 21. Nov. 1780 den Frei-herrenstand: eine Erhebung, welche sich wohl auch auf den Bruderdesselben, Carl Joachim, bezog. Beide Brüder, Johann Heinrich Freiherrv. Rüdiger und Carl Joachim , wurden von dem Kurfürsten Carl Theodor