GRAFEN V. RICHTHOFEN. 287
Grafen v. Riclithofen.
tEnangdifd). $reu|ien.
Besitz: das Ritlergut Kohihöhe in Scitlesien.
Wappen: Schild der Länge nach und in der rechten Hälfte quergetheilt.Rechts olien in Silber ein die Sachsen einwärtskehrender, rother Adterstliigel;unten in Roth auf einem grünen absteigenden Dreihügel ein einwärtssehender,silberner Kranich, welcher in der linken erhobenen Klaue einen Stein hält; linksin Gold ein schwarzgekleideter, bärtiger Praetor (Richter) mit weisser Halskrauseund schwarzem Barelt, welcher, nach rechts und vorne sehend, auf einem rotbenLehnsessel sitzt und in der Rechten einen schwarzen Scepter hält (Praetorius).lieber der Grafenkrone stehen zwei gekrönte Helme. Der rechte trägt einen offenenAdlersflug, dessen rechter Flügel rollt, der linke schwarz ist, und auf dem linkenHelme steht auf grünem Dreihiigel ein einwärtssehender, silberner Kranich, welcherin der rechten aufgehobenen Klaue einen Stein hält. Die Decken des rechtenHelmes sind rollt und silbern, die des linken golden und schwarz, und den Schildhalten zwei einwärtssehende Löwen von natürlicher Farbe. — Nach älteren Abbil-dungen sitzt der Praetor, rechts und links steht oben der Kranich, unten derAdlersflügel. Von den Flügeln auf dem rechten Helme ist der rechte schwarz, derlinke golden. — Der Praetor kommt, auch oft ohne Barett vor. — Dass das Wappenbei Erhebung in den Grafenstand vermehrt worden sei, ist nicht bekannt.
Die Grafen v. Riclithofen stammen aus einem allen schlesischenAdelsgesclileclite, welches ursprünglich Praetor und Praetorius hiess,später aber im lex- dem Namen v. RichlhofT, oder Riclithofen vorkommt.Sinapius, welcher so oft in Bezug auf schlesischc Familien aushilft, giebtNäheres über den Ursprung dieser Familie nicht an. Man weiss nur,dass das älteste Besitzthum derselben der Rillersilz Rauske im Sehweid-nitzschen war und dass dann von der Familie die Güter Hartinannstjorf,Bartzdorf, Ober-Gutschdorf oder Kohlhöhe und Netzschkau im Schweid-nitzschen, Hertwigswalde im Jauerschen, Hennersdorf im LiegniLzscbenund Ruppersdorf im Briegschen erlangt wurden. Später kamen nochBrecheishof im Jauerschen, Erdmannsdorf hei Hirschberg, Dobcrgasl heiStrehlen, Mahlitzsch zwischen Jauer und Liegnitz, Wirksdorf hei Landshut,Hammerau hei Schweidnitz etc. hinzu, und der grösste Thcil dieserGüter, namentlich Kohlhöhe, Bartzdorf, Brecheishof, Wirksdorf etc.,stehen der Familie noch jetzt zu. Nach Sinapius lebten im Anfange desIS. Jahrhunderts drei Brüder auf ihren Gütern, welche sich mit Töchtern