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2 (1853) L - Z
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GRAFEN V. NOSTITZ.

1631, und es ist der Redaction nur ein, wohl sehr seltenes Siegel mit der Um-schrift: Christianus Freiherr v. Nostitz, bekannt, welches von dem als freiherrlichesWappen angenommenen sehr abweicht. Der quadrirte Schild desselben trägt, einMittelschild mit dem Stammwappen, der Helmschmnck des letzteren findet sich aberauf keinem der beiden Helme. Obgleich der Vorname Christian in der früher sehrweit verzweigten Familie wenig vorkommt, ist es doch noch nicht möglich gewesen,über dieses Siegel Aufschluss zu erhalten. Dass nach Dienemann (p.349No. 78)das freiherrliche Wappen mit der Grafenkrone aufgeschworen sein soll, beruht aufeinem Irrthume. Bei den der Familie zuThcil gewordenen Erhebungen in den Grafen-stand ist stets das freiherrliche Wappen beibehalten und nur die Grafenkrone hin-zugesetzt, doch früher oft auch nicht geführt worden. So geben denn auch ältereAbbildungen und Siegel der Linie zu Rieneclt nur dieses Wappen, doch wurde indasselbe später das Wappen der Reichsherrschafl Rieneek aufgenommen und so,wie oben angegeben, geführt. Das Taschenb. der gräflichen Häuser (1848, p. 468)giebt das gewöhnliche gräflich Nostitzsche Wappen, führt aber sehr richtig an, dassdie Linie zu Rokitnitz für die Erbfolge in die ehemalige Reichsgrafschaft Rieneekder Linie zu Rieneek substituirt sei und daher gleichzeitig mit letzterer das reiclis-gräflicbe Noslitz-Rienecksche Wappen führe: letzteres möchte daher, wie es jetztvorkommt, anzugeben sein. Die im Jahrg. 1839, p. 364 und 365, über die Familiegegebene historische Notiz schliesst mit der Bemerkung: die Grafen v. Nostitz undRieneek theilen sich in die drei Linien zu Rokitnitz, zu Rieneek und in Schlesien.Die übrigen Grafen v. Nostitz sind auf die Grafschaft Rieneek nicht coinvestirt undführen also auch deren Namen und Wappen nicht. Es sollte wohl heissen: dieGrafen v. Nostitz blühen jetzt in den Linien zu Rokitnitz, zu Rieneek und inSchlesien. Die Linie zu Rokitnitz ist auf die Grafschaft Rieneek coinvestirt undführt daher auch das Wapperf der Linie zu Rieneek.

Eins der ältesten und vornehmsten Adelsgeschlechter der Lausitz,welches sich aus derselben schon sehr früh nach Schlesien, Böhmen,Polen und weiter verbreitet hat. Die Endung des Namens spricht fürwendische Abkunft. Nach Hosemann, Colerus, Siuapius und Anderenkamen Ritter dieses Namens schon im 12. Jahrhundert in den Kreuz-zügen vor. Hartwig v. Nostitz, Hauptmann zu Steinau, gest. 1285,besass Damnitzsch, einen der ältesten Sitze der Familie. Heinrich sLellle1399 zu Zittau eine Pfandverschreibung aus, welche Carpzov noch sah.Die ordentliche Stammreihe der Familie beginnt in der Lausitz mit Casparv. Nostitz, gest. 1484, Herrn auf Zschochau und Landeshauptmann desFürslenthums Görlitz, welcher 1454 dem deutschen Orden in Preussen1000 ReiLer zuführte. Aus der Ehe desselben mit einer v. Gersdorfstammten drei Sühne, Otto, Georg und Hartwig , welche drei Linienstifteten: Otto gründete die Linie zu Rothenburg, Georg die zu Gotla,und Hartwig die. zu Zschochau. In neueren Angaben sind Otto undHartwig verwechselt worden. Diese drei Linien zerfielen wieder inmehrere Aesle. Nach einem 10. Dec. 1577 zu Görlitz errichtetenFamilienvertrage bestanden damals in der Lausitz die drei Hauptslämmezu Rothenburg, Unwürde und Ullersdorf, sämmtlich mit grossem Grund-besitz, und Grosser nannte 1715 noch 32 der Familie zustehende lau-silzer Rittergüter.

Die Grafen v. Nostitz stammen aus der Zschochauer Linie, welche,wie angegeben, Caspars dritter Sohn, Hartwig , stiftete. Von dem Enkeldes Letzteren, Abraham , gest. 1592, Herrn auf Zschochau, stammle alsdritter Sohn Johann , Landeshauptmann des Fürstenthums AVohlau, welcher1619 starb, und zwei Söhne, Otto und Johann Hartwig , hinlerliess.