GRAFEN V. MALDEGHEM.
Grafen v. Ulaldeghcm.
Württemberg., fiSagrrn, öclgicn, -tfrcutltrcid).
Besitz: die Rittergüter Ober- und Nieder-Stotzingen, Bcrgenweiler, Koltenburg und Stettenin Württemberg; das Rittergut Riedhausen und die Itofmarkl llaslingkrcil in Bayern;Wacken in Belgien und Havbes in Frankreich.
Wappen: Schild silbern, von einem bis an die Ränder reichenden rolltenKreuze durchzogen, welches in jeder Ecke am Schildesrande von drei, unter ein-ander stehenden, schwarzen, gestiimmellcn Vögeln begleitet ist. Den Schild decktdie Grafenkrone und denselben halten mit beiden Vorderpranken zwei vortvörts-sehende Löwen von natürlicher Farbe mit hochaufgeschlagenem Schweife. Unterdem Schilde steht auf blauem Rande die Devise „Loyal".
Eine der ältesten und reichbegütertsten flandernschen Adelsfamilien,aus welcher, nach Angahe mehrerer niederländischen Geschichtsschrei-ber, Glieder schon 971 hei der Belagerung von Gent mitgekämpft habensollen. Salomon v. Maldeghem wohnte dem ersten Kreuzzuge 1096bei und wirkte 1099 bei der Eroberung Jerusalems mit. Im Kriege,welchen König Philipp der Schöne von Frankreich 1297 mit den Grafenv. Flandern führte, zeichneten sich mehrere Sprossen dieses Geschlechtsaus, und Bitter Philipp III. v. Maldeghem wird zu den ersten Helden indiesem Kriege gezählt. Derselbe erhielt von Robert de Bethcme, Grafv. Flandern, den Beinamen: le Loyal, welcher auf die Nachkommenforterbte, jetzt aber als Devise des Wappens geführt wird. Eugen Ambro-sius , Freiherr v. Maldeghem, k. span. Feldmarschall, Herr der Herr-schaften Leyscholt, Slenulfel etc. wurde vom Kaiser Leopold I. 25. April16S5 in den Reichs-Grafensland erhoben, welche Würde Kaiser Franz II.
21. Sept. 1799 der Familie erneuerte, und derselben zugleich, wegender vielfachen Verdienste der Vorfahren, namentlich des k. k. Gencral-Feldmarschalllieutenanl, Staatsraths und Gouverneurs von Vilvorden, JohannDomimc Grafen v. Maldeghem, das Indigenat im Königreiche Böhmenverlieh. Das jetzige Haupt der Familie, Graf Carl Leopold Ludwig —Urenkel des Grafen Johann Dominics , Enkel des Grafen Joseph , verm. mitMaria Philippine Erbtochter des Grafen Carl Leopohl v. Stein und Sohndes Grafen Joseph Alexanders , gest. 17. Oct. 1809, k. k. Kämmerer,aus der Ehe mit Maria Anna Ghislaine Gräfin v. Argenleau — wurdein Folge seiner Besitzungen der württemb. Rillerschafl einverleibt, und
22. Nov. 1820 in die Grafenklasse des Königreichs Bayern eingereiht.