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Margaretha Ebner und Heinrich von Nördlingen : ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Mystik
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LXII
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LXII CHARAKTERISTIK DER BRIEFE

Mit Heinrichs Aufenthalt bei Christina Ebner im Jahre1351 verschwindet jede iveitere Spur über sein Leben. Wirwissen nicht, wo und wann Heinrich gestorben ist.

Heinrichs Briefe, nach denen das obige Lebensbild ent-worfen wurde, beanspruchen aber noch nach andern Seitenhin eine eingehendere Besprechung. Sie sind nicht nur dieeinzige Quelle für Heinrichs Leben, auch aus ihnen alleingewi nnen wir Einsicht in den Verkehr der mystischen Kreiseund Gottesfreunde unter einander. So wird e. B. das Ver-hältniss zwischen Beichtiger und Beichtkind in den Frauen-Möstern des Mittelalters nirgends reichhaltiger illustriertals durch Heinrichs Bricfivechsel, wenn auch Seuses Briefeum vieles wahrer und tiefer sind, weil weniger überschiväng-lich. Heinrichs Correspondents ist die älteste uns erhalteneBriefsammlung in deutscher Sprache, das Wort Briefe immodernen Sinne genommen, in denen der Schreibende überseine äusseren und inneren Erlebnisse berichtet, währenddie Seuseschen doch vorwiegend Predigten oder geistlicheAnsprachen in Briefform sind. Auch sonst zeichnet sichHeinrichs Gorrcsponüenz durch Mannigfaltigkeit des Inhalts

het ein sunder minnenwerk mit dir heiigen (72 b ) swester. do sprachunser herr: 'ez ist mein gütlicher wille, daz du mich minnest. günnemir daz ich zu dir käme, günne mir daz ich dich verbrenne in meinerminne'. si gedoht ir: 'vil liber herre, ich wolt der gnaden etwi vilgern geroten, daz du im auch etwaz gebest', und meint den pristerder daz minnwerk mit ir hete. do sprach er: 'mein gominte, winahent du mir greifest! nu hon ich allen creaturen wol zu geben,solt ich dir dor umb ap brechen'?' do sprach - unser herre von im :'ich wil mich im geben und wil bei im bleiben an allem seim lebenund tod unde wil im di gobo heut geben, eile di werk die er inmeiner minn tuet, da (73 a ) wil ich des meinen als vil zu legen, dazez mir ein erlich opfer wirt in mein äugen'. Am selben Tage: unserherre sprach zu ir von eim prediger: 'ich spil mit seim leben, vontrewen di sein hertze gegen mir hat, so hon ich im vil vertragendaz im die leut nit wollen übersehen', eins andern tages sprach erauch von im: 'er hot den hantslag meiner minn enpfangen und dovon (73 b ) sent er sich' nach den geminten seien'.