HEINRICH VON NÖRDLINGBN 1348. 1349 LVII
Margarctha Ebner nach Meäingcn, der so recht deutlichausspricht, ivas der Basler Freundeskreis verlor, als Hein-rich Basel vcrliess. 'Ich Hage dir , schreibt sie, 'meinegrosse Betrübniss, die ich empfand durch das Scheidenunseres getreuen Vaters, und ich vermag jetzt deinen Schmerzüber seinen Fortgang nachzufühlen, wenn ich daran denke,wie uns nun seine treue Lehre fehlt, sein weiser Bath } seinErmahnen und Tadeln heimlich und öffentlich, wenn ich mirsein heiliges wahrhaftiges Vorbild, das er uns gewesen, ver-gegenwärtige und mich der vielen Beweise seiner Treue er-innere, die er insbesondere mir armen, unwürdigen Menschen-kinde hat zu Theil werden lassen? Sie erbittet im weiterenMargarcthas Fürbitte bei Gott, der ihr allein die Kraftgeben könne, diesen Verlust verständig und massvoll zutragen. Auch Heinrich von Rumerschein fühlte sich durchHeinrichs, 'seines getreuen Vaters und lieben Freundes 1Fortgang verwaist; der Abschied voneinander wurde beidenso schwer, dass sie ihn nicht ertragen hätten, wäre nichtdas Scheiden um Gottes willen geschehen. Hie Trennungwar nur eine leibliche: 'geistig werden sie ewiglich unge-schieden sein, meinte Margaretha zum goldenen Bing (LXIII).In Sulz ernannte Heinrich, dass ihm das Basler Lebenbei grosser Arbeitsüberhäufung doch auch viele Annehmlich-keiten — ein anmuthiges Wolleben in durchaus harmoni-schen Verhältnissen, dazu eine ausgewählte ihm wolwollendcGesellschaft, als deren Mittelpunkt er sich betrachten durfte~~ geboten hatte, an denen er doch mehr Gefallen gefunden,als er sich das früher hatte eingestehen wollen. Nun, woer sie nicht mehr besass, tvo er den Erfolg seines Wirkensnicht so sichtbar wie in Basel vor Augen hatte, entbehrteer es, so sehr er sich es auch auszureden suchte, und esklingt mehr wie ein sich selbst gesprochenes Trosteswort,wenn er jetzt seinen Fortgang u. a. damit motivieren will,dass seine Arbeit anderswo nöthiger wäre als in BaselIJ ier in Sulz war Heinrich wieder auf sich angewiesen; dieEinsamkeit aber erschien ihm nicht als die selbstgewahlte
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