78 Zweite Abtheilung.
Da einige vor uns liegende Siegel geeignet sind, einiges Lichtin die immer noch obwaltenden Dunkelheiten der Hardeck- Retzi-schen Linie des Querfurier Stammes zu werfen, so möge noch fol-gendes gesagt sein. Eine in Wissgrills Stammtafel unerwähnt ge-bliebene Gräfin Susanne von Hardeck führt 1388 ein Siegel mit derUmschrift: S. Susanne comitisse de Maidburg, und in demselben eingespalten Schildchen, welches vorn einen halben Adler, hinten eineachtmalige Quertheilung zeigt*); also ganz und gar nur das Mag-deburg- Querfurlsche Wappen.
Johann, Burggraf zu Magdeburg und Graf zu Hardeck, der amGten Februar 1401 sein Burggrafthum unter gewissen Bedingungendem Fürsten Sigismund von Anhalt überliess **), führt in der Um-schrift seines Siegels die Namen der heiligen drei Könige, und indemselben drei Schilder, von denen das obere das Magdeburg-Querfurtsche Wappen enthält; der zweite gespaltene Schild, als dasWappen der Grafschaft Hardeck anzusprechen ist, und der drittemit dem Löwen als das der Grafschaft Reiz ***). In dem Contra-Siegel zeigt sich nur das Burggräflich-Magdeburgische Wappen;dessen ganz allein sich auch 1453 Michael, des Heil. Rom. ReichesBurggraf zu Maidburg und Graf zu Hardeck, bedient+). DiesVorwalten des Magdeburg - Querfurtschen Wappenschildes deutetunabweisbar darauf, dass diese Grafen von Hardeck und Rctz, wiees auch die übrigen Quellen bestätigen, dem Stamme nach Qucr-furter waren und nicht etwa Rabenswalder.
*) Melly Beitr. z. Siegelk. I. 246.
**) v. Dreyhaupt Saalkreis I. 95.
***) Eine nicht unwillkommene Bestätigung der Vermuthung, welcheFrh. Rud. v. Stillfried (Burggraf, v. Nürnberg I. II. S- 3—5) in Be-ziehung auf das Retzische Wappen aufstellt.
f) Siegelzeichnungen auf der Künigl. Kunslkammer in Berlin.