Die Stammgenossen der Grafen von Valkcnstein, 77
Mit dorn hier Dargelegten scheinen zwei Urkunden der Jahre1246 und 1249 in Widerspruch zu stehen; allein es unterliegt kei-nem Zweifel, dass sie um ein ganzes Jahrhundert zurück zu datirenund in die Jahre 1346 und 1349 zu versetzen sind. In der erstenschenkt nämlich Burchardus Dei gratia Burggravius de Magdeburgdem Kloster Kaltenborn bei Querfurt Güter zu Herchensale und hängtder Urkunde sein, seiner Gemahlin und Söhne Siegel an. DieseSöhne sind Burchardus et Otto comites de Hardccke et Burgraviide Magdeburg, die in der zweiten Urkunde noch drei Höfe zu Her-clicnsale hinzufügen. Diese Verrückung der Jahreszahl ist nunoffenbar die Veranlassung gewesen, die Erwerbung von Hardeckschon auf den in der Milte des 13ten Jahrhunderls lebenden Burg-grafen Burchard V. zu beziehen. Dass dagegen die Umdatirungin der vorgeschlagenen Weise vorgenommen werden müsse, dieslehrt uns eine Urkunde vom 29. Jun. 1340, die ausgestellt in Castronostro Hardeke also beginnt: Nos Burchardus et Ottho comiles deHardecke et burggravii dicti de Magdeburg, und worin sie bonavoluntate Bartholdi et Conradi coheredum nostrorum dem KlosterKaltenborn den Zehnten zu Riestedt schenken **). Da sie gleich-zeitig die Edlen Albert und Ludwig von Hackeborn ihre avunculinennen, so folgt daraus, dass ihre Mutter eine Schwester diesergewesen sein müsse, ihr Vater der Burggraf Burchard (VII.), alsomit einer Edlen von Hackeborn vermählt.
Im Jahre 1495 hat Kaiser Maximilian die durch den Tod desletzten Burggrafen zu Magdeburg, Michael, Grafen von Hardeck,erledigte, bereits 1481 dem Kaiser Friedrich cedirte Grafschaft Har-deck an Heinrich Prueschenk Freiherrn von Stettenberg verkauftund diesen samrnt dessen Bruder Sigismund als Grafen zu Hardeckund in Machland in des Heil. Rom. Reichs Grafensland erhoben ***).
*) Schüttgen und Kreysig diplomat, II. 707.
**) Ibid. II. 734.
***) Wissgrill IV. 120.