30 Erste Abtheilung.
der ein Sohn des in der Sehlacht am Welphesholte 1115 gebliebe-nen Grafen Hoyer war. Es wäre demnach der Graf Hoyer vonMansfeld, der in der oben citirtcn Urkunde von 1183 die beidenals Brüder angesprochenen Grafen Hoyer und Otto trennt, derenOheim; und eben durch dieses Verhältniss würde sich die Reihen-folge erklären, in welcher sie als Zeugen neben einander genanntwerden. Als jüngerem Bruder würde dem Grafen Hoyer von Lauen-burg der Platz hinter dem Grafen Otto zugekommen sein, als Ad-vocalus aber in einer zu Quedlinburg gepflogenen Verhandlung ge-bührte ihm die oberste Stelle, und sein älterer Bruder Otto folgtihm deshalb nicht unmittelbar, weil dem Grafen Hoyer v. Mansfeld,als Oheim der beiden Brüder, der Vorrang zustand. In dem durchseinen Anlheil an dem Sachsenspiegel zu einer gewissen Be-rühmtheit gelangten Grafen Hoyer von Valkenstein hätten wir hier-nach das zweite Mitglied der Yalkensteinschen Familie zu betrach-ten, auf welchen unmittelbar durch seinen ohne Leibeserben ver-storbenen Oheim der alte Mansfeldsche Name und die MansfeldschenGüter übergegangen sind.
dus de Valkenstein, Hoyerus de Mannesveit (ibid. XII. 281); 1153 Ho-jerus de Mansfeld, Burchardus de Valkenstein (Schöttgen u. KreysigNachlese VII. 433. Kreysig Beitr. z. Historie d. Sachs. Lande V. 411);1156 Hoyerus de Mannesfeld, Burchardus de Valkenstein (v. Drey-haupl Saalkreis II. 871.). Es ist wohl zu beachten, dass die Urkundevon 1142 den Grafen Burchard vor Hoyer nennt, dass die beiden spä-teren von 1153 und 1156 die Folge umkehren; es möchte hieraus zuerkennen sein, dass erst in den zuletzt gedachten Jahren Burchard derSchwiegersohn Hoycrs geworden sei, wodurch sich die Rangordnungänderte.
*) Herrn (Schaumann, der auch anderwärts über den Sachsen-spiegel und über das Verhältniss des Eike von Repchow und des GrafenHoyer zu demselben, Untersuchungen angestellt hat, machen wir andieser Stelle aufmerksam auf einen Excurs, welchen Klöden (Ueberdie Zeit der Abfassung des Sachsenspiegels und seinen Verfasser in s.diplomat. Gesch. des Markgr. Waldemar I. 383 — 394) diesem interes-santen Gegenstande gewidmet hat.