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wegen des letztern comes de Thuringia genannt. Es ist jedoch bisjetzt nur eine einzige Stelle bekannt, wo diese Bezeichnung fürihn vorkommt, offenbar aber in einem ganz anderen Sinne, wie ihmnach Schaumanns Deutung untergelegt wird. Freilich kann es einemZweifel nicht unterworfen sein, dass der Graf Adalbert, den Lam-bert von Aschaffenburg beim Jahre 1073 den Gegnern König Hein-richs beizählt, ein und dieselbe Person sei, mit dem beim Jahre1075 von ihm erwähnten Adalbertus comes de Thuringia *); schondass beidemal unmittelbar vorher ein Mann genannt wird, der ebensowohl ein und dieselbe Person bezeichnet, nämlich zuerst der Die-dericus comes und dann der Diedericus comes de Cadalenburg,spricht hierfür. Nun muss aber bemerkt werden, dass die Nord-thuringia, sowohl in dem ausgedehnteren Sinne für den Umfangdes Halberstädtschen Sprengeis in seiner ursprünglichen Ausdeh-nung **), wie in dem beschränkteren und gebräuchlicheren für denzwischen Bode und Ohre gelegenen Gau, niemals schlechthin Thu-ringia genannt wird; sondern dass, wo dieser Ausdruck vorkommt,allemal das dem Mainzer Sprengel unterworfene Südthüringen zuverstehen ist. Es leidet demnach keinen Zweifel, dass Lambertvon Aschaffenburg, der die Saxonia, zu welcher der Nordthüringaugehörte, von der Thuringia stets scharf unterscheidet, auch nur anSüdthüringen gedacht haben kann, als er den Grafen Adalbert einenGrafen von Thüringen nannte. Dazu war er auch vollkommen be-rechtigt, da es bekannt ist, dass Adalbert durch seine GemahlinAdelheid, eine Tochter des Markgrafen Otto von Thüringen undGrafen von Orlamiinde, Erbe der grossen Orlamündeschen Güter inThüringen war, die demnächst auf seinen zweiten Sohn Siegfried,den späteren Pfalzgrafen vom Rhein übergingen.
Ueber die Zeit von Adalberts Tode, welcher gewöhnlich in dasJahr 1076 verlegt wird, wissen wir mit Sicherheit zuvörderst dies,
*) Pertz mon. Germaniae VII. 196. 236.
**) L. v. Ledebur Nordthiiringen und die Hermundurer oder Thü-ringer. Berlin, 1842.