Ueber die Grafen von Valkenstein. 5,
tlass derselbe am 13len April 1083 nicht mehr am Leben war.Die Urkunde *), aus der dies gefolgert werden muss, nennt uns inden beiden Gauen, im Schwabengau und Nordthüringau, in welchenGraf Adalbert das Grafenamt zu gleicher Zeit bekleidet hatte, stattdes Vaters die beiden Söhne Otto und Siegfried, und zwar in derArt getheilt, dass der ältere das Grafenamt im Schwaben-, derjüngere aber im Nordthüringau verwaltete. Zwar wird ausdrück-lich nur Otto als der Sohn Adalberts bezeichnet, und dies ist Ver-anlassung gewesen, in dem Grafen Siegfried nicht einen Sohn, son-dern den Grafen Siegfried aus dem Stadeschen Hause zu er-kennen **). Von letzterem wissen wir aber mit Zuverlässigkeiteigentlich nur, dass er geistlichen Standes gewesen, und als Dom-herr zu Magdeburg und Propst zu St. Nicolai daselbst ums Jahr1100 gestorben ist ***). Dagegen spricht der Umstand, dass derSohn Otto nur das eine Comital des Vaters inne hatte, dafür, dassSiegfried der Nachfolger in dem andern Comitate Adalberts keinanderer war, als eben sein zweiter Sohn Siegfried. Die Jugenddes letzteren ist dieser Annahme durchaus nicht hinderlich, da auchder ältere Sohn schwerlich schon 1083 die Jahre der Mündigkeilerreicht haben dürfte.
Dass aber Adalbert im Jahre 1076 noch gelebt haben werde,dies folgere ich aus dem Lambert von Aschatfenburg. Denn beider Ausführlichkeit, mit welcher dieser Annalist die Ereignissedieser Zeit aus den Harz- und Thüringischen Gegenden erzählt,dürfen wir mit Recht schliessen, aus der Nicht-Erwähnung einerso verhängnissvollen und einflussreichen Begebenheit, wie die Er-mordung des Grafen Adalbert, dass die That noch nicht geschehen
*) Villa Bathislevo in pago Suevico in comitatu Ottonis filii Adal-berti comitis et in duabus villis Oskerslevo et Pisakenthorp in pagoNorthurungon in comitatu Sigefridi comitis. (Beckmann Histor. vonAnhalt I. 42.)
#*) Schlemm in v. Ledebur Allg. Aich. VI. 126.
***) v. Bau in er histor. Charten und Stammtafeln Tab. XV.