IJcber die Grafen von Valkenstein, 3
Hohen-Erxleben erklären: denn da es am rechten Ufer der Bodeliegt, ist man genöthjgt, den Ort ebenfalls dem Schwabengaue bei-zuzählen.
Dagegen hat viertens Hohen-Erxleben gegenüber, am linkenUfer der Bode ein wüste gewordenes Dorf Nieder-Erxleben, dessennoch in einem Lehnbriefe von 1 585 gedacht wird *), gelegen, fürwelches man sich, wie auch bereits v. Räumer**) gethan hat, zuentscheiden genöthigt wird, weil für diesen Ort ganz allein: dergleiche Gau, das gleiche Comitat und die grössere Nachbarschaftzu Plezwiz, so wie die grössere Nähe zu den übrigen PlötzkeschenStammgütern zusammentrifft.
Es fällt mit diesem Nachweise das Gewicht weg, welchesSchaumann bei seiner Annahme von dem entlegeneren Erxlebengerade auf diese Entfernung zu Gunsten des Umfangs der Conrads-hurgischen Besitzungen legt; und da in einem Zeitalter, wo dermoderne Begriff einer Standes-Erhebung nicht in Anwendung kommt,v,0ju einem ersten Stammvater nur insofern die Rede sein kann,als hiermit der erste bekannte Ahnherr verslanden ist, so hatdie Bemerkung: „dass Egeno nicht der erste Stammvater seinesGeschlechts sei, sondern dass dieses schon länger vor ihm geblühthabe", etwas sehr Auffallendes, zumal da diese ganz von selbstsich verstehende Thatsache als eine blosse Wahrscheinlichkeit hin-gestellt wird.
§. 2. Adalbert Graf von Thüringen und die Zeit seinerErmordung durch Egino von Conradsburg.
Schaumann behauptet (S. 10), der von Egino dem Jüngernvon Conradsburg ermordete Graf Adalbert von Ballenstedt, welchernach Urkunden von 1063, 1064 und 1073 ein Comitat sowohlim Schwaben- wie im Nordthüringau verwaltete, werde häufig
*) Wohlbrück Geschlecht v. Alvensleben I. 72. II. 394.
**) v. Raum er histor. Charten und Stammtafeln.