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1522 wird am 9. Jan. Hadrian VI. Papst. Luther schreibtnachWittenberg über die Zwickauer Propheten, mit denen erimApril eineUnterredung hat. Er kommt, nachdem er im Febr. dem Kurfürstengeschrieben, über Borna nach Wittenberg (am 7. März) zurück, woer 8 Tage hintereinander predigt. Er arbeitet an der Uebersetzungdes N. T. fort, schickt eine Probe davon an Spalatin, giebt Me-lanchthons Bemerkungen zu den Briefen an die Römer u. Corinthierheraus, und arbeitet an der Uebersetzung des Pentateuchus. Er be-sucht Eilenburg und Erfurt. Am 13. Decbr. schickt der Papst an denReichstag zu Nürnberg ein Breve ein, die Reichsstande aber 100(Zravuininu an den Papst. 1523 schreibt Luther gegen den Königvon England Heinrich VIII. eine Schrift, über welche dieser bei demKurfürsten und dem Herzog Georg von Sachsen klagt. Der Letztereantwortet dem König mit einer scharfen Censur Luthers. Luther giebtdie Schrift über den weltlichen Gehorsam, und die wider den gewaffne-ten Mann Cochleus heraus. Der Kaiser erlaßt unter d. 6. März einscharfes Edict gegen Luther, welcher eine Schrift wider die Verkehrerund Fälscher des kaiserlichen Mandats herausgiebt. Der Papst ord-net durch eine Bulle die Canonisation des Bischofs Benno inMeisten an. Luther legt persönlich Streitigkeiten in Leisnig bei,schickt Sendschreiben an die Christen in Holland und Brabant, an diezu Worms und an die zu Riga, an die zu Eßlingen, an die zu Augs-burg, an die Böhmischen und Mährischen Brüder, an den Fürstenvon Savoyen, an den Rath und das Volk zu Prag, arbeitet an derUebersetzung des A. T. eifrig fort, wird aber durch die Schwierigkeitenim Hiob dieselbe herauszugeben noch behindert. (Man sehe das Origi-nal mit 2 von Zeile zu Zeile fortgehenden Correcturenvon seinerHand).
Am 14. oder 24. September stirbt Hadrian VI., dem ClemensVII. folgt. König Ferdinand schickt einen Unterhändler an Luther1524. Dieser bittet den Kurfürsten um eine Professur der Theolo-gie für Melanchthon, giebt den Reichstagsabschied, worin die Voll-ziehung des Wormser Edicts befohlen wird, mit bittern Anmer-kungen heraus; die katholischen Stände wollen es vollziehen.
Die ersten Symptome der Bauernunruhen zeigen sich. Luthergeht über Weimar nach Orlamünde, geht auch nach Jena, schreibteine Warnung an die Stadt Mühlhausen, und fordert die SächsischenFürsten zu Widerstand gegen die Bauern auf. Karlstadt, der eine