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Stammbaum der Familie des Dr. Martin Luther
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daher, wenn sie festern Grund fassen sollte, keinen Theil, den sie zuberühren hatte, unbeachtet und ungebessert zurücklassen, sondern mußtegleichmaßig auf allen Wegen vordringen.

Dies sahen Luther und Melanchthon wohl ein. Wurde nunLuther 1521 von dem Schauplatze der Reformation fern gehalten,und beschäftigte er sich da mehr mit der Bibelübersetzung: so gingdoch die Reformation ihren Gang unaufhaltsam fort und Luthernahm auch von der Wartburg aus den lebhaftesten Antheil an seinerSchöpfung. Vor allem aber galt es damals die Bollwerke zubrechen, durch welche Rom nicht allein die Vorurtheile des Volks,sondern auch die Interessen besonders eines großen Theiles der vor-nehmen Welt gefangen, und den Clerus in hierarchischer Abhängig-keit hielt. Nach einem gegenseitigen Austausch der Ansichten mitMelanchthon, trat Luther mit seiner Schrift über die Klostergelübdeim September des genannten Jahres vor. Wie die Ehelosigkeit derPriester eine gegen die göttliche Ordnung der Natur fünfhundertJahre früher erst von Gregor VII. getroffene Einrichtung leicht fürunstatthaft erklärt worden war, so leuchtete es auch jedem Vernünf-tigen eben so leicht ein, daß ein ebenfalls im Widerspruch mit dergöttlichen Ordnung errichtetes Gelübde an sich keine wirklich bindendeKraft haben könnte. Dessen ungeachtet war das Vorurtheil zu tiefgewurzelt, und die Reformation, welche an Papst und Kaiser nochmächtige Gegner hatte, durch den negativen Schutz Friedrichs desWeisen von Sachsen nicht sicher genug begründet, um die Theoriedurch die Praxis einzuführen. Zwar heiratheten wohl einzelne Pre-diger, wie Bernhardt in Kemberg schon 1521 (Vgl. Ukerts LebenLuthers S. 163 ff.) und die Augustiner Conventualen beschlossen selbstin Luthers Abwesenheit zu Wittenberg auf einem Convent, daß jedemvon ihnen der Austritt aus dem Kloster freistehen sollte. Auch ver-ließen Mönche sehr bald in Schaaren ihre Klöster, stießen aber freilichauf große Schwierigkeiten in Gestaltung ihrer äußeren Lebensvcr-hältnisse. Noch weit schwieriger aber war es für die Nonnen, wennsie auch durch Schriften sich von der UnVerbindlichkeit ihrer Gelübdeunterrichtet hatten, bei der hinter den Klostermauern noch erhöhtennatürlichen Schüchternheit ihres Geschlechts ihre Wünsche, welchegrößtentheils mit den Interessen ihrer Angehörigen wenig zusammen-stimmten, zu einem freien Entschlüsse, und von diesem zur That zu