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[Hauptbd.] (1833)
Entstehung
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gelegt und der Kassenbestand eines jeden Jalires sofort baar eingesandt ward. Früher ward näm-lich wenig auf eine regelmässig Rechnungslegung gesehen, und die meisten Administratoren legtensie gar nicht selbst, sondern erst ihre Erben aus der ganzen Administrationszeit, ab. Die sich er-gebenden Bestände gingen dann entweder verloren, oder mussten ganz oder theilweise oft durchkostspielige und zeitraubende Processe von den Erben eingetrieben werden, und gingen dann wie-der zur Kasse des neuen Administrators, der dieselben dann mit ausgab, oder in der Kasse be-hielt, um nach der Anstellung eines Nachfolgers wieder eingeklagt zu werden. Um sich genauüber Alles, was der Administrator tliat, in Kenntniss zu erhalten, miterhielt Philipp Wilhelm eineäusserst lebhafte Correspondenz mit dem Administrator, dessen Einfluss auf die Verwaltung ersehr zu beschränken anfing, und liess die Stiftung, ungeachtet er Jahrelang abwesend war, undin Frankfurt a. M., nachher zu Worms sich niedergelassen hatte, bis auf die kleinsten Umständenicht aus den Augen, auch selbst da nicht, als er nach der schmerzhaftesten Erfahrung, dass,ungeachtet seiner Pünktlichkeit, die Stiftung doch durch Schuld des Administrators einen bedeuten-den Verlust erlitten, in dieser Hinsicht Nichts mein- zu befürchten hatte. Nach Bademins Todebewarben sich mehrere nicht zur Familie gehörigen Personen um die Administration; neben ihnenaber auch der Canonicus Johann Friedrich Gerchcn, Sohn von Johann Dietrich G. Kaufmann inMagdeburg, und Enkel von Georg Gercken in Salzwedel, dem Stifter des Armenlegats. Der Pa-tron war also ein Oheim des Canonicus. Oft genug bereuete nachher der Patron seine Wahl, dieer dem Sinne des Testaments gemäss, wiewohl dasselbe keineswegs über den Administrator sichso bestimmt ausspricht, als über den Patron und die Testamentarien, auf seinen Nelfen fallen liess.Denn bald zeigte es sich, dass er dem Geschäfte des Administrators nicht gewachsen war. Erbrachte das ganze Rechnungswesen in Unordnung, versäumte die ihm obliegenden Geschäfte undzwang endlich den Patron, der lange Zeit hindurch die grösste Geduld bewiesen hatte, ihm dieAdministration abzunehmen, und statt seiner im Jahre 1771 in der Person des Regiments - Quartir-meisters Valentin Friedrich Gerchcn in Magdeburg einen andern Administrator einzusetzen. Dieserwar ein Sohn des früheren Patrons Sebastian Nicolaus G., Kaufmanns in Salzwedel, also ebenfallsein Nelfe des Patrons. Die durch des Canonicus Naclilässigkeit der Stiftung zugefügten VerlusteSind oben Absclm. 3. näher angegeben.

Von dem neuen Administrator lässt sich nur Gutes anführen. Regelmässig, pünktlich undordentlich in Allem, was ihm als Verwalter des Vermögens der Stiftung zukam, erwarb er sichbald den Beifall des Patrons und der ganzen Familie, und erhielt sich denselben bis auf sein Ende179S. Ungeachtet der ausserordentlichen Pünktlichkeit des Administrators blieb der Patron PhilippWilhelm G. in seiner Aufmerksamkeit auf die Stiftung sich gleich und behielt seinen Zweck, Ver-mehrung des Vermögens der Stiftung, um die vielfachen Verluste zu decken, im Auge. Die all-jährlich eingesendeten haaren Bestände brachte er entweder hypothekarisch unter, oder kaufte dafürGrundstücke. Auf diese Weise gelangte das Stipendium zu einem nicht unbedeutendem Besitz vonGrundstücken bei Salzwedel, indem er namentlich von den Beständen aus den Jahren 1771 bis 1773für 992 Rthlr. 21 Ggr. S Pf. einige Aecker und Wiesen bei Salzwedel ankaufte, die jetzt noch zumVermögen des Stipendiums gehören. Sie tragen im Durchschnitt 60 Rthlr. jährlich Pacht, mithinist das Kapital sehr gut angelegt. Dass die Bestände aus den letzten Jahren des Lebens von