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Versuch einer Geschlechts-Geschichte des reichsgräflichen Hauses von Schwicheldt : aus theils bereits gedruckten, theils ungedruckten Urkunden
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Dritter Abschnitt.

Ein gleicher Vertrag ist an demselben Tage mit dem Herzoge Ottogeschlossen worden. *)

Jetzt brach der Krieg los, und sehr bald waren die Schlösser Wiedelaund Bischofslutter den Handen Brands und Carads sen. von Schwicheldtentrissen, wie aus dem am Sonntage Reminiscere 1^27 mit dem HerzogeOtto (Nro. 130.) und am Dienstage nach Lätare 1A27 mit dem BischöfeMagnus von Hildesheim (Nro. 131.) einer Seits, und der Stadt Braun-schweig andrer Seits abgeschlossenen Verträgen ersichtlich wird.

Merkwürdig ist in dem letztgedachten Vertrage, daß das Frauengerath indem eroberten Schlosse Wiedela nicht zur Theilung der Kriegsbeute gezogen,vielmehr der Gemahlin des Brand von Schwicheldt wieder zugestellt und ver-abfolgt ist. Ferner, daß der Bischof, uneingedenk der Clausel im Bündnis-verträge, nach welcher die eroberten Schlosser einem Hildesheimschen Landsassenin Verwahrung gegeben werden sollten, das Schloß Wiedela im nutzbarenBesitze der Stadt Braunschweig laßt. Allein der Bischof bedürfte Geld; dieStadt Vraunschweig zahlte ihm solches in baarem Golde, und nun war jeneweisliche Clausul vergessen.

Weder dem Pfandherrn, noch dem Pfandinhaber hat es jemals zumVortheile, wohl aber, und vorzüglich dem Letzteren, zum großen Schadengereicht, wenn Städte sich mit dem Pfandbesitze der Burgen befaßten. Der-gleichen verwickelte die Städte in viele kostspielige Händel, die ihnen um sonachtheiliger werden mußten, als sie gewöhnlich die Beschützung und Ver-waltung derselben doch nicht selbst unmittelbar besorgen konnten, vielmehranderen Hauptleuren übertragen mußten. Demohngeachtet geizten sie im lAtenund ISren Jahrhunderte außerordentlich darnach aus dem irrigen Wahne,

') Rekhmcier Br. Lüncb. Chronik Th, 2. x-Z. isSZ. Pfesfiuger Historie des Br. Lüncb.Hauses Th. u xuZ. Zoo.