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Versuch einer Geschlechts-Geschichte des reichsgräflichen Hauses von Schwicheldt : aus theils bereits gedruckten, theils ungedruckten Urkunden
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Zweiter A b s ch n l t t.

Grnbenhagenscher Linie. Mit diesem ihren zweiten Gemahle lebte sie jedoch inmißvergnügter Ehe; sie trennte sich von ihm, und übergab die ihr von ihremersten Gemahle zum Leibgedinge verschriebenen Schlösser Grene, Lutherdessenund Hohenbüchcn an das Stift Hildesheim. Dieser Vorgang hat darauf demBisthnme Hildesheim verschiedene Kriege zngezogen. Schon im Jahre 1ll31erhob sich ein dergleichen zwischen den Herzögen Otto und Friedrich vonBraunschweig-Lüneburg einer Seits, und dem Bischöfe Magnus und demGrafen von Spiegelberg anderer Seits, welcher sich mit dem vorerwähntenPfandschafts-Contracte endigte. Kaum war dadurch der Frieden zwischen jenenhergestellt, so erhob der Herzog Wilhelm der Aeltere von neuem die Waffengegen das Bisthnm, weil selbiger solche Verpfandungen als den Familien-vertragen des Hauses Braunschweig-Lnneburg entgegenlaufend anfocht. ImJahre brach ein dergleichen Krieg abermals aus, in welchem Herzog

Otto, Friedrichs des Frommen Sohn, nebst dem Bischöfe von Paderborn,selbst ein Verbündeter des Bischofs von Hildesheim war, und sich doch dievorliegende Bürgschaftsurkunde von der Ritterschaft seines Verbündeten aus-stellen ließ. Sie konnte also nur durch das Mißtrauen veranlaßt seyn, esmögte in Zukunft das gegebene Wort von den Bischöfen zu Hildesheim, diebisher überall nie gern etwas von Ablösung früherer ihnen eingethaner Pfand-schaftsstücke hören mogten, nicht gehalten werden. Ihr Zweck war, unleugbareAnerkennung des Verhältnisses. Denn jetzt war es ja der ganzen Stifts-Ritterschaft offenkundig geworden, daß der Bischof die befraglichen Besitzungennur vermöge Pfandschaftsvertrageö zu genießen hatte. Diese Bürgschaft führtedaneben auch noch den großen Vortheil mit sich, daß, wenn demohngeachtetüber die Frage der Stattnehmigkeit einer begehrten Einlösung demnächst einKrieg zwischen den Paciscenten ausbrechen mögte, doch diese Bürgen nicht imFelde gegen den Herzog und seinen Sohn erscheinen dürften, mithin dieMacht des Bischofs dann sehr geschwächt erscheinen mußte.