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Versuch einer Geschlechts-Geschichte des reichsgräflichen Hauses von Schwicheldt : aus theils bereits gedruckten, theils ungedruckten Urkunden
Entstehung
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Erster Abschnitt.

oftmals die Aufstellung einer richtigen Ahnenfolge durch die neuesten zweihun-dert Jahre, wo weit mehrere Hülfsquellen zu Gebots stehen. Das 17te Jahr-hundert ist reich an ausführlichen Personalien bei den vielfältig gedruckten Lei-chenreden. Das 18te Jahrhundert bietet die Kirchenbücher als Quelle dar.Aber beides mangelt in der früheren Zeit. Nur dann kann man aus solcheruicht mit Unrecht sogenannten grauen Vorzeit die Geschlechtsglieder sammlen,wenn diese begütert und fromm, das heißt, freigebig gegen Kirchen und Klo-ster waren; oder sie sich im Gefolge, oder in Gesellschaft solcher Personen be-fanden, die sich um die Kirche verdient machten. Anderer Gestalt wird ihrerselten gedacht; zusammenhangend und ausführlich, noch weit seltener. Oftmalsist, man mögte sagen, unbedachtsamer Weise, unser jetziges schreibseeliges Zeit-alter sehr geneigt, diesen Mangel von Nachrichten, selbst in seit mehreren Jahr-hunderten stark begüterten Familien, einer sorglosen Nachlässigkeit der VorelternSchuld zu geben, und darüber ungehalten zu seyn. Aber, man frage vieledieser Jetztlebenden selbst, welchen Namen die Mutter ihrer eigenen Groß-mutter geführt habe> und eine große Menge wird beschämt sich außer Standefühlen, sofort Rede und Antwort darüber geben zu können.

Wer jemals sich damit beschäftiget hat, eine Ahnentafel, die doch bei denhöhern Stiftern und einigen deutschen Orden unerläßlich ist, zu entwerfen, wirddiese Wahrheit gewiß bestätiget gefunden haben, und eingcstehn müssen, daßselbst in den ersten Familien des Adels es oft mit außerordentlichen Schwierig-keiten verbunden sey, 32 Ahnen gehörig bewiesener Maaßen darzulegen. Dennda kömmt es bekanntlich nicht auf die Namhaftmachung des Vaters und derMutter aus 2 oder sondern aus 16 verschiedenen Familien an, die vor etwa200 Jahren gelebt haben. Sind wir nun in Dingen selbst so oftmals sorglos,die uns so nahe liegen, und uns selbst angehen, wie kann man denn, ohne zuerröthen, es sich anmaaßen wollen, unsere Vorfahren zu tadlen, daß sie die frü-heren Glieder dieser oder jener Familie nicht aufzeichneten, damit wir sie jetzt