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II. Dergleichen Namens-Uebertragnngen bei Oertern geschahen nun aberzumeist durch Uebersiedelungen von Familien mit einem bereits feststehendenNamen. Hierfür giebt es bei den Marken des Sachsenlandes, zu denen auchMeklenburg zu rechnen ist*), zahlreiche Beispiele. In diesem Verhältniss ste-hen die Dörfer Kerknw in der Alt-, Neu- und Uckermark; ferner die DörferWinterfeld und Karstedt, deren es sowohl in der Altmark, als Priegnitz giebt,zu den gleichnamigen Familien.**). So werden wir denn bei dem Namen Flo-tow in Meklenburg auch an eine Uebertragung aus dem Sachsenlande, wo wirganz allein ein Vlotho (früher auch Flotow geschrieben) an der Weser finden,zu denken haben, und zwar so, dass durch ein Mitglied des an der Weser an-sässig gewesenen Geschlechtes der Edlen von Vlotho ein neuer Zweig inMeklenburg begründet worden ist.
III. Sehr zu beachten ist das fast gleichzeitige Verschwinden der Edlenvon Flotho in Westphalen und zwar zuletzt in der Schreibweise de Flotowe(1211) mit dem ersten von Flotow in Meklenburg (1228); ferner, dass dieserBegründer des Meklenburgschen Zweiges den Vornamen Heinrich führt, dergerade in den Gegenden der Grafschaft Ravensberg und des Mindenschen deram häufigsten vorkommende ist.
IV. In dem Altsächsischen Heimathlande der Edlen von Vlotho wieder-holt sich, was überall in Deutshland wahrnehmbar ist, dass nur selten ganzisolirt und ohne Stammes-Genossenschaft eine Familie dasteht, sondern viel-mehr zu Gruppen stamm- und wappengenossener, wenngleich durch Verschie-denheit des Namens scheinbar getrennter Geschlechter vereinigt,. So sind,um nur aus dem höheren Adel dieser Gegenden ein Beispiel anzuführen, dieGrafen von Schwalenberg, von Sternberg, von Waldeck, von Pyrmont und dieEdlen v. Colrebeck gemeinsamen Stammes. — Auch von den Edlen v. Vlothodarf man erwarten, dass sie nicht vereinzelt dastehen werden, wenn es auchbisher nicht möglich gewesen ist, bei der Dürftigkeit der Nachrichten dies ge-nealogisch, und bei Ermangelung der Kenntniss irgend eines Siegels dieserDynasten, heraldisch einen solchen Anschluss an ein anderes Geschlecht zubeweisen. ■— Hier werden wir vor Anderen, die ganz in derselben Gegend, imRavunsbergschen und Mindenschen vorkommenden Edlen von Schlon ins Augezu fassen haben***), als ein solches Geschlecht, welches wohl mit den Edlenvon Vlotho eine Stammesgenossenschaft haben möchte.
V. Sehr merkwürdig ist es nun, dass wir in Meklenburg, und zwar nurein und eine halbe Meile westlich von Flotow entfernt, einen Ort des NamensSchloen finden, der in einer Urkunde von 1500 noch Slone heisstf), und zwarals den Mittelpunkt einer besonderen Landschaft, zu der u. a. auch das einund eine halbe Meile nordwestlich davon gelegene Rittermannshagen gehörtef-}-);nicht unwahrscheinlich also auch das Dorf Flotow. Von einer adeligen oderEdlen Familie dieses Namens habe ich zwar in diesen Gegenden nichts ge-funden; sondern nur auf einer ums Jahr 1500 gegossenen Glocke in der
pographiscbe Ursachen nicht vorliegen, au eine Uebertragung von dem ÄltmärkischenDorfe denken, was sich durch den Umstand bestätigt, dass beide Oerter Familien dersel-ben Sippschaft angehörten (Märkische Forschungen III 114.).
*) ibd. IV. 16fi,
*•) ibd. III. 100, 337. IV. I8fi.
***) Reinbertus de Slon nobilis 1120 — 1140 (Würdtwein subs. dipl. VI. 329). —Rembertus de Slon et frater ejus Luidgerus nobiles 1196 (Würdtwein nova subs. dipl.IX. 92). — Reinbertus de Slon nobilis 1200 (v. Spilcker Grafen v. Wölpe S. 314).t) Jahrbücher d. Vereins f. Meklenb. Gesch. III. A. 229.
j-f) Ridermanshagen ad terram Zlone 1260 (Lisch Meklenb. Urkb. III. 104).
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