10 Die Edlen Vögte von Soest.
die Aechtheit jener beiden Urkunden erhobenen Bedenken *),nur verstärken.
Wohl erst nach dem kinderlos erfolgten Tode Bruno's,der ein Graf von Hengebacli genannt wird, und im Limburg-sclicn begütert war **); von dem wir aber nicht wissen, ober des vorerwähnten Godizo Sohn oder Bruder gewesen;gelangte Gerhards Nachkommenschaft, und zwar Adelger, denwir für seinen Enkel angesprochen haben, in den unange-fochtenen Besitz von Hengebacli.
§. 6. Die Edlen Vögte von Soest.
Als ein nicht zu übersehendes Zeugniss für den genealo-gischen Zusammenhang der Gladebache und Hengebache mitjenem Gerlacli van Wickerath, dem Vogte von Siegburg,weisen wir auf die näheren Verhältnisse mehrerer Glieder dieserFamilien zu der gedachten Abtei hin. Die Urkunde von 1102ist es nicht allein***), welche dieses bezeugt. Hermann, der
*) v. Spaen hist. v. Gelderland II. 53. Sieber aus diesem Grunde inLacomblets Urkundenbueh nicht aufgenommen. Auch die übrigen in derUrkunde vom 27. Sept. 1074 erwähnten Personen: Everhardus comes Cli-vensis et matrona nobilis Berta comitissa uxor sua, der Magenardus epis-copus Paderbornensis, der Otto comes de Zutphcn et de Gelria u. a m.haben zum Theil gar nicht, zum Theil in ganz anderer Zeit gelebt.
**) Bruno comes de Ilengebach fratribus canonicis ccclcsie S. Crucis(Leodiensis) predium in Ilarvia.. advocatiam ipsius predii sibi retinuit 1063.(Ernst hist. du Limbourg VI. 107); vermuthlich derselbe, von dem es ineinem alten Einnahme-Register des Marienstiftes in Aachen heisst: In Cur-tils datus est Sancfe Marie I. mansus pro anima comitis Brunonis solvensV. solidos. (ibd. VI. 65.), Eine Urkunde von 1101 sagt von ihm: praediumnomine Prumisfeld, quidam comes Bruno de Ilengebach .., S. Salvatoris ec-elesiae Prumiensi in proprictatem tradendo firmavit — cum uxore sua Ma-hilde videlicet, quousque viverent. (Hontheim hist. Trevir. I. 476.)
***) Vergl. oben p. 4.